Wie verhalte ich mich während des Bewerbungsgesprächs?

Betül Yaman

Simone schreibt: "Ich habe nächste Woche ein Bewerbungsgespräch in einer Arztpraxis und kann es mir momentan nicht leisten, auf das reichliche Angebot von Bewerbungsratgebern in der Buchhandlung zurückzugreifen. Könntest du mir vielleicht kurz die wichtigsten Verhaltensregeln während Bewerbungsgesprächen erläutern?"



Liebe Simone, der potenzielle Arbeitgeber achtet nicht nur auf deine Zeugnisse, sondern auch auf dein Auftreten, dein Erscheinungsbild und deine Körpersprache. Ein gepflegtes Äußeres und saubere Kleidung, passend zum Unternehmen, sind essentiell für den ersten Eindruck. „Lieber etwas konservativer als zu leger gekleidet“, lautet das Motto für dein Bewerbungsgespräch.


Unpünktlichkeit ist ein Fauxpas, der nicht wieder gut zu machen ist. Plane genug Zeit für deine Anreise ein.

Gib dich natürlich und achte auf die bekannten Höflichkeitsregeln.

Du stellst dich mit deinem Vor- und Zunamen vor.

Den Namen der Person, die sich dir vorstellt, solltest du dir, trotz deiner Aufregung, gut merken. So kannst du den Namen während eures Gesprächs ab und zu erwähnen. Empfehlenswerter Schmeichler. Falls du den Namen nicht verstanden hast, frag gleich noch mal nach.

Die Hand solltest du ihm nicht einfach entgegenstrecken, sondern kurz abwarten, bis er sie dir gibt.

Der Händedruck darf nicht zu lasch wirken und auch nicht an eine Kneifzange erinnern. Ein kurzer, fester Händedruck spricht für dich.

Du darfst dich erst setzen, wenn dir ein Sitzplatz angeboten wird.

Falls dir eine Zigarette angeboten werden sollte, lehne sie ab. Viele Personalchefs checken auf diese Weise, wie weit du mit Stress klarkommst und ob du dafür Nikotin benötigst.

Getränke kannst du ohne Bedenken dankend annehmen.

Du nimmst beim Sitzen den ganzen Sitzplatz ein, ohne dich dabei nach hinten zu lehnen. Du sitzt aufrecht, ohne dich an den Armlehnen festzuhalten. Deine Füße umschlingen nicht die Stuhlbeine, sondern stehen solide auf dem Boden.

Blickkontakt ist essentiell. Ein starrender Blick sowie unsicheres Weggleiten der Augen sind zu vermeiden. Ein leichtes Lächeln in deinem Gesicht wird auch das Leuchten in deinen Augen verstärken. Freue dich innerlich darüber, dass du schon so weit gekommen bist.

Du darfst auf keinen Fall das Gespräch dominant führen. Überlass das dem Arbeitgeber.

Bleibe sachlich und erzähle nichts über dein Privatleben. Das gehört nicht in ein Bewerbungsgespräch, außer, du wirst konkret danach gefragt.

Bedanke dich für die Einladung und die Zeit, die sie sich für dich genommen haben.

Viel Erfolg!

Deine Betül