Wie Tanja Christiani aus Endingen sich als Modedesignerin in Berlin durchsetzt

Gina Kutkat

Sie ging in Freiburg zur Schule und zog gleich nach dem Abitur nach Berlin: Die Modedesignerin Tanja Christiani steht für klassische und tragbare Mode. 2015 gründete sie ihr eigenes gleichnamiges Label. Ein Porträt.

"Zeitlos, am liebsten schwarz und mit dem gewissen Etwas"– so beschreibt die Berliner Modedesignerin Tanja Christiani ihren Stil. Christiani zog vor zehn Jahren aus Endingen in die Trend-Modemetropole Berlin, um an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Modedesign zu studieren. Vor drei Jahren gründete sie dort ihr eigenes, gleichnamiges Modelabel.


Christiani, die in Freiburg das St. Ursula Gymnasium besuchte und 2008 ihr Abitur machte, wollte schon früh Modedesigner werden. "Meine Mutter ist gelernte Schneiderin, ich habe schon immer meine eigenen Sachen genäht", sagt die 29-Jährige. Auch für Kunst interessiert sie sich sehr, doch wird es am Ende doch das Modedesign-Studium. Im Jahr 2015 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und gründet ihr eigenes Label. "Ich wollte immer mein eigenes Ding machen", sagt Christiani.

"Ich bin Veganerin und lehne es ab, tierische Produkte zu verwenden." Tanja Christiani

Klassische, gradlinige Schnitte und hochwertige Stoffe: Christiani fertigt in ihrem Berliner Atelier durchweg tragbare Mode für einen Stückpreis ab 100 Euro. Schlichte Blusen und Tuniken, die man ins Büro oder zum Date anziehen kann. Die Stoffe findet sie in Berliner Läden, auf Stoffmessen oder online. Was man bei ihr nicht findet: Fell, Leder, Seide oder Wolle. "Ich bin Veganerin und lehne es ab, tierische Produkte zu verwenden."

Inspiration für ihre Mode findet Tanja Christiani auf Reisen: Besonders fasziniert ist sie von moderner Architektur, sie verehrt die Arbeiten des Architekten und Designers Frank Gehry. Christiani zeichnet die Linien architektonischer Formen nach und bricht sie immer weiter runter, bis daraus etwas Neues entsteht. "Zwei bis drei Wochen arbeite ich an der Zeichnung eines neuen Stücks", sagt Christiani. Dann werden die Schnitte erstellt und die ersten Probestücke für die neue Kollektion genäht. Am Ende des Prozesses steht das Fotoshooting, bei dem die Designstücke ästhetisch präsentiert werden.

Marketing durch Influencer

Zwei Kollektionen entwirft Tanja Christiani pro Jahr. Aktuell hat sie gerade die für den Sommer 2019 fertig gestellt. Neben ihrer Homepage sind vor allem Instagram und Facebook wichtige Marketing-Kanäle. Vor kurzem hat Christiani zum ersten Mal mit einer Influencerin kooperiert, die eines ihrer Kleidungsstücke präsentierte. "So funktioniert Marketing heute", sagt die Designerin dazu.

Ihre Mode verkauft sie über den Online-Shop showroom.de und in Concept Stores in Berlin. Gerne würde sie bald einen eigenen Onlineshop gründen und ihre Designs auch in anderen Städten oder Ländern bekannt machen. "Skandinavien würde vom Stil her gut passen" sagt Christiani.
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