Vorschläge erwünscht

Wie soll Freiburg sein Stadtjubiläum feiern?

Simone Höhl

2020 feiert Freiburg sein Stadtjubiläum. Bürger und Einrichtungen schlagen Projekte vor, weitere Ideen sind ausdrücklich erwünscht. Ein Vorschlag: ein Dreisam-Boulevard auf der B31.

Fast 300 Vorschläge zum Stadtjubiläum sind bisher eingegangen. Trotzdem sind gute Ideen noch immer willkommen, sagt Jubiläums-Chef Holger Thiemann. Doch die Frist endet bald: Noch bis Mitte September können Bürgerinnen und Bürger, Einrichtungen und Vereine Vorschläge machen, was sie zur 900-Jahr-Feier beitragen wollen.


Gedenkmünze, Ausstellungen – und ein Boulevard an der Dreisam

Wie wär’s mit einer Gedenkmünze für Freiburg zum 900. Geburtstag? Markus Schwörer hat den Vorschlag eingereicht – sowohl beim Bundesfinanzministerium als auch bei den Organisatoren des Jubiläums. Der 54-Jährige aus der Wiehre schlägt auch vor, eine Vorher-Nachher-Ausstellung zu wiederholen, die Fotos zur Bombardierung 1944 an Ort und Stelle in der Stadt zeigte. Christa Dörr möchte eine Jubiläumsausgabe ihrer "Kunst in der oberen Altstadt" und die BZ ihr Kollektiv-Karaoke Singalong zum Fest beisteuern.

Die Freiburger sollen das Programm des Stadtjubiläums 2020 mitbestimmen können und sie haben Ideen für kleine und große Projekte. Freiburgs Architektenschaft will zum Beispiel die B 31 vom Schwabentor bis zur Kronenbrücke sperren, um ein Gespür dafür zu verankern, wie ein Leben mit dem Stadttunnel aussehen kann.

Von der Idee war Ex-OB Dieter Salomon begeistert. Jetzt haben die Architekten ein Konzept vorgelegt: Die Beziehung der Stadt zur Dreisam hat sich in 900 Jahren oft gewandelt, und wenn die B 31 unter die Erde kommt, fällt die heutige Barriere weg. "Das ist die Jahrhundertchance: Freiburg an die Dreisam", sagt Ebba Zernack. Die Architektin und ihre Kollegen wünschen sich am Ufer Angebote während des ganzen Jubiläumsjahrs und "mindestens ’ne Woche" direkt auf der Nordspur der B 31. Der Verkehr soll über Autobahnen und Altstadtring fahren. Auf der Kurzzeit-Promenade soll es eine Bühne geben, Tische, Beachvolleyball, einen Park, dazu Infos und Veranstaltungen zur Stadtentwicklung.

Bald wird gerechnet, ob das Geld für alles reicht

Die Geschichte der Gefängnisse, das SWR-Experimentalstudio, die Wiwili-Initiative ... die Palette der bisher bekannt gewordenen Vorschläge ist breit. Bewerbungen kann man weiter einreichen. "Es gibt keine wie auch immer definierte Obergrenze", sagt Holger Thiemann. Die bisherigen Vorschläge beziehen sich auf die Geschichte der Stadt, auf ihre Zukunft und auf Möglichkeiten ihrer Gesellschaft, sagt er. Beispiele will er keine nennen, um keines hervorzuheben, auch mit Blick auf eventuelle Förderung.

Mit dem Bewerben fängt der Prozess erst an. Oft fehlten wichtige Angaben, welche ergänzt werden müssten, sagt Thiemann: "Das braucht viel Zeit!" Weil das klar gewesen sei, sei eine erste Frist auf Ende Juli gesetzt und wie geplant bis Mitte September verlängert worden.

Danach werden die Kosten zusammenzählt und Thiemann schaut, ob das Geld dafür reicht. Er wurde Organisationschef, nachdem das neun Millionen Euro teure Konzept von Ex-Intendantin Barbara Mundel beim Gemeinderat durchfiel. Der Etat: drei Millionen. Das Jubiläum organisiert eine städtische Projektgruppe unter Thiemanns Leitung. Grundsätzliche Entscheidungen treffen Gemeinderat oder Bürgermeister und Thiemann. Dieser Lenkungsausschuss wird Ende 2018, Anfang 2019 über die Projekte entscheiden. Wie viele ins Programm kommen, steht nicht fest. Es solle zeigen, wie vielfältig die Stadt sei, so Thiemann. In etwa einem Jahr will er das Programm vorstellen, Startschuss fürs Jubiläum soll im November 2019 die Archäologie-Ausstellung "900 Jahre Leben in der Stadt" sein.
Mitmachen

Infos und Bewerbungsformular unter http://www.freiburg.de/2020