Wie schmeckt die Schwarzwälder Woche in der Mensa? (2): Badische Nudelsuppe

Florian Kech

Diese Woche ist Schwarzwald-Woche in der Mensa. Wir haben echte Schwarzwälder in die Mensa geschickt, die das Essen rezensieren: Wie war's, wie sah das aus, wie "Schwarzwald" war das? Heute, Dienstag: Badische Nudelsuppe.



Was gibt’s?

Eine kurze Vorbemerkung: In meinem an Mythen reichen Heimatdorf Ewattingen erzählt man sich noch heute die Legende von einem Mann, der einmal zwölf Teller Nudelsuppe gegessen haben soll. Was auch immer ihm seine Frau an Speisen auftischte, immer bekam sie von ihm denselben Kommentar zu hören: „Es geht halt nichts über eine Nudelsuppe.“

Dieser Spruch ist im Dorf zum geflügelten Wort geworden und man könnte ihn mit Fug und Recht am Ortsschild anbringen. Von daher fasste ich es als besondere Fügung auf, als ich an Tag zwei der Schwarzwald-Woche in der Mensa auf dem Speiseplan las: Badische Nudelsuppe.  

Wie lange musste man warten?

Wer sich für die Nudelsuppe entschieden hat, kann an einer berghainesken Warteschlange vorbeispazieren, die für Hühnchendings, Reisgedöns und andere heimatlose Gerichte ansteht. An der Suppenausgabe schöpft eine Frau aus einem hüfthohen Blechtopf, wie man ihn aus jeder Schwarzwälder Großfamilie kennt.

Ein Kommilitone vor mir greift sich zwei Scheiben Brot, worauf ihn die Suppenfrau ermahnt, nur eine zu nehmen. Als er süffisant erklärt, beide Scheiben angefasst zu haben, muss er dreißig Cent Aufschlag bezahlen.

Wie sah das aus?

In der klaren Brühe schwimmen neben flachen Eiernudeln Karottenscheiben, Lauchringe, Rindfleischklümpchen und gelbe Würfel, die ich nicht einordnen kann, aber trotzdem esse. Sie schmecken nach nichts. Ich tippe auf Tofu.

Wie Schwarzwald war das?

Eine Scheibe Brot zur Badischen Nudelsuppe ist natürlich ein Affront. Ein echter Schwarzwälder isst zu jeder Mahlzeit mindestens einen halben Laib. Außerdem muss die Suppenfrau dringend alemannische Vokabeln pauken. Denn beim Schwärzwälder isst immer auch das Ohr mir. Zur Abwesenheit des Bollenhuts erübrigt sich jeder Kommentar.

Trotz allem: Auch wenn ich keine zwölf Teller schaffte und bereits nach dem ersten ausstieg, war die Badische Nudelsuppe genießbar. Dass so wenige für sie angestanden sind, lag bestimmt nur daran, dass sie für 1,65 Euro unter Wert verkauft wurde. 

Mehr dazu:

[Foto: Florian Kech]