Wie schlägt man einen Monsanto-Weltrekord? 3 Fragen an Melanie Freuer

Kathrin Müller-Lancé

Das größte Kornbild der Welt will der Bund Badischer Landjugend (BBL) diesen Sonntag auf der Badenmesse bauen. Bisheriger Rekordhalter: Der umstrittene Saatgutkonzern Monsanto. Drei Fragen an Melanie Freuer vom BBL-Vorstand:

Mit eurem Kornbild wollt ihr den Weltrekord des Saatgut-Riesen Monsanto brechen. Südbadischer Jugendverband gegen Weltkonzern - wie soll das gelingen?


Mit viel Motivation! Wir sind gegen das genveränderte Saatgut von Monsanto und wollen versuchen, ein Zeichen zu setzen. Als kleiner Verband den Rekord des Weltunternehmens schlagen, das wäre schon was. Die Idee, einen Weltrekord aufzustellen, hatten wir aber schon früher: Das Ganze ist Teil unserer Jahresprojekt-Aktion "Der BBL macht's möglich".

Einige Mitglieder hatten das Ziel, ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen zu werden. Also versuchen wir das jetzt. Und es wäre übrigens nicht unser erster Weltrekord: 2014 sind wir bereits als "größte Versammlung von als Früchte verkleideten Menschen" im Guinness-Buch gelandet - in Traubenkostümen.

Das Kornbild soll 238 Quadratmeter groß werden. Wie läuft der Weltrekordversuch genau ab?

Schon seit Samstag sind wir dabei, das Bild zu bauen. Wir, das heißt die Vorstandschaft des BBL, Mitglieder der Ortsgruppen und freiwillige Helfer, die bei unserem Stand auf der Badenmesse vorbeikommen. Zuerst legen wir die Spanplatten, auf die wir das Motiv - unser Stadt- und Land-Logo -  übertragen. Darauf kommt Holzleim, dann werden die Körner gestreut.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis, wo das Kornbild traditionell zum Erntedankfest gefertigt wird, geht es akkurater zu. Da werden die Körner auch mal mithilfe von Pinzette und Zahnstocher gelegt. Bei unserer Größe ist das nicht drin. Wenn alles klappt, wird das fertige Bild am Sonntag von einer Vermessungstechnikerin überprüft und mit der Kamera dokumentiert. Die Ergebnisse schicken wir dann ans Guinness-Buch.

Ihr benötigt für das Kornbild etwa 300 Kilo Raps- und Gerstenkörner. Das Projekt wird durch Spenden und den Verband finanziert. Ist das nicht Verschwendung - von Rohstoffen und Geld?

Natürlich werden die Körner für unser Projekt in gewisser Weise zweckentfremdet. Sie sind aber immerhin noch nicht weiterverarbeitet - im Gegensatz zu den Massen von Lebensmitteln, die täglich weggeschmissen werden. Von Verschwendung würde ich nicht sprechen, weil die Körner ja durchaus einem anderen Zweck dienen: Aufmerksamkeit zu erzielen - für unsere Arbeit und gegen Monsanto.

Am Schluss wird das Bild nicht einfach entsorgt. Wir stellen es noch einmal aus beim Erntedank-Fest im Schwarzwald-Baar-Kreis, dann wird es versteigert. Auch gegen den Vorwurf der Geldverschwendung möchte ich mich wehren: Wir haben extra keinen Guinness-Mitarbeiter zum Weltrekordsversuch eingeladen. Die 800 bis 900 Euro, die das kosten würde, stecken wir lieber in unsere Jugendarbeit.



Zur Person

Melanie Freuer ist 30 Jahre alt und zweite Vorsitzende im Vorstand des Bund Badischer Landjugend.

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