Resterampe

Wie reagiert das Netz auf die "Bänderer" in der Freiburger Mensa?

Felix Lieschke

Reste Anderer von fremden Tellern essen – mit Abdeckungen an der Geschirrrückgabe soll das sogenannte "Bändern" unterbunden werden. Im Internet gehen die Meinungen dazu auseinander.

Petra Neugebauer (Facebook): Lächerlich! Und damit meine ich das sog. "Bändern". Gehen diese Menschen auch an die Altglascontainer, um dort noch den letzten Schluck aus den Flaschen zu trinken? Nein. Es geht hier nur um Selbstdarstellung - sonst nichts.


Thomas Röderer (Facebook): Bänderer? Wow, was es nicht alles gibt. Also ich kann die Haltung der Mensaleitung nachvollziehen und es wundert mich doch sehr, wie hier plötzlich auf der Mensa rumgehackt wird. Warum regt sich denn niemand darüber, auf dass (offensichtlich) viele Leute überhaupt etwas von ihrem Essen übrig lassen? Ach stimmt ja, ganz vergessen. In der heutigen Zeit will ja jeder die größtmögliche Portion zum kleinstmöglichen Preis, auch wenn es noch so offensichtlich ist, dass man die Portion nicht schafft. Aber davon mal abgesehen, ich war lange bei der Bundeswehr, bin also in Sachen Essen weiß Gott nicht zimperlich, aber etwas essen, das schon zubereitet wurde, in dem schon Leute rumgestochert und was weiß ich was damit gemacht haben, geht sogar mir zu weit. Naja, vielleicht sollte man die Kunden der Mensa auch mal zur Bundeswehr schicken, denn dort lautet die erste und oberste Regel in Sachen Verpflegung: Iss, was da ist und lass nichts übrig. Wer weiß, wann es wieder was gibt.

"Guten Appetit. Das ist doch kalt." Heiko Mack
Renate Schmidt (BZ-Online): Das Problem erschließt sich mir nicht wirklich. Wer freiwillig Reste von anderen isst – warum auch immer, soll das doch gern tun. Jeder darf sagen und denken, was er will. Dann doch bitte auch essen, wird ja keiner gezwungen. Warum nicht eine Art Tausch-Tisch anbieten? Wer seine Reste weitergeben möchte, kann das tun und wer sie annehmen will ebenfalls. Dann ist doch auch unerheblich, ob das aus monetären oder ideologischen Gründen geschieht. Jeder Supermarkt hat mittlerweile für die diversen Treuepunkte ein solches Prinzip eingeführt. Warum nicht mal mit gutem Beispiel vorangehen und das auch für Sinnvolles nutzen und weniger Essen verschwenden?

Maximilian Klaus (BZ-Online): Beim Essen schmarotzen, aber mit MacBook in die Uni. Ja, so sind sie, die lieben Studenten.

Heiko Mack (Facebook): Also die kratzen den Rest von fremden Tellern und essen es? Guten Appetit.
Das ist doch kalt.

Ralf Merkel (Facebook): Was ist so Schlimmes daran, wenn der Rest noch o. k. ist.

"Zu meiner Zeit wären ’Bänderer’ verhungert" Andreas Müller
Stefan Bürger (BZ-Online): Das ist doch offensichtlich hygienisch nicht haltbar. Dieser Verwertungslogik folgend, bräuchten wir auch die Teller und das Besteck nicht mehr spülen … macht ja nichts, selber Immunstatus für alle … sicher sehr empfehlenswert in der Grippezeit. Teller leer essen, oder seine eigenen Reste für sich mit nach Hause nehmen, würde den Müll auch vermeiden.

Axel Roland (fudder.de): Ich finde so viel Eigenverantwortung, zu wissen, was sie essen wollen ist den Studenten schon zuzutrauen, warum soll das reglementiert werden? Ich fände es viel wichtiger der Mensa zu verbieten, mieses Essen anzubieten.

Andreas Müller (BZ-Online): Mal wieder die "German-Angst". Wenn da wohl was passiert?! Ein Schild hingehangen "Bändern auf eigene Gefahr - Gesundheitsrisiken sind nicht auszuschließen", und gut ist. Besser, als wenn das ganze Essen weggeschmissen wird. P. S. Die Portionen scheinen derweil recht üppig zu sein. Zu meiner Zeit wären "Bänderer" verhungert, weil auf den Tellern/Schalen nichts mehr zu "bändern" war. Aber vielleicht haben wir einfach auch nur mehr gegessen.

Florian Leitner (BZ-Online):Was mich etwas verwundert ist die Tatsache, dass an einer Uni mit nicht ganz blöden Leuten es doch machbar sein sollte die Portion zu verlangen, die ich auch essen kann, oder fällt das dort vorgefertigt kiloweise auf den Teller? Was in der Küche übrig bleibt und zuvor auf keinem Teller angeknabbert wurde, kann dann immer noch bedenkenlos verspeist werden. Zu einem späteren Zeitpunkt vergünstigt abgeben o. ä. Wenn das Personal die gewünschten Mengen ausgibt, dann sollte das doch wirklich kein Problem sein. Sorry, aber wenn das unsere Elite sein soll, dann gute Nacht.

Studierendenwerk Freiburg (Facebook): Man könnte auch einfach die Personen, die Teller mit Resten zum Band bringen, direkt fragen…

Mehr zum Thema: