Wie lebt es sich in Freiburger Studentenwohnheimen?

Sebastian Klaus

Fünf Freiburger Studenten machen für uns ihre Zimmertüre auf und erzählen, wie sie wohnen, was sie nervt und ob es leicht ist, in ihrem Wohnheim mit anderen in Kontakt zu kommen.



Ulrich-Zasius-Haus

Michael Leukert (26), studiert Informatik

Wohnt hier seit: zwei Jahren (16er WG!)
Lage: Super! Alles was man braucht, liegt in Laufreichweite.
Ordnung: Das schwankt. Es liegt immer an den Leuten, die gerade hier wohnen. Meistens geht es aber, wenn man die Mitbewohner zum Saubermachen motiviert. Momentan ist es allerdings sehr gut.
Mitbewohner: Ganz toll! Etwa die Hälfte sind Ausländer aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Es herrscht toller Kontakt zu allen. Vor allem mag ich die Ungezwungenheit.
Lautstärke: In meinen zwei Jahren hier war es dreimal zu laut, jeweils durch irgendwelche Partys. Einmal hab' ich die Sicherung rausgedreht, dann war Ruhe. Inzwischen habe ich mir Ohrenstöpsel besorgt, für den Fall der Fälle
Größe: Mein Zimmer hat 12 qm. Ich habe mir ein Hochbett gebastelt, unter dem ich viele Dinge lagern kann.
Tutorate/Extras: Gutes Angebot, unter anderem eine Werkstatt und ein tolles Frühstückstutorat. Früher gab es sogar einmal pro Woche einen Kinoabend.
Fazit: Wenn man mit so vielen jungen und unterschiedlichen Leuten auf engstem Raum zusammenwohnt, lernt man das Leben kennen.
Website: Ulrich-Zasius-Haus  

 



Studentensiedlung (StuSie)

Anna Elmtouni (29), studiert Englisch und Deutsche Literatur

Wohnt hier seit: einem Jahr (zu dritt)
Lage: Sehr schön am Seepark gelegen, ziemlich zentral. Ich habe eine kleine Tochter, deshalb finde ich es super, dass es viele Spielplätze in der Nähe gibt. Das einzige, was fehlt, ist ein dm-Markt.
Ordnung: Die Stusie ist schon sehr chaotisch. Es liegt sehr viel Müll herum.
Mitbewohner: Multikulti. Ich finde das schön, weil man schnell viele interessante Menschen kennenlernt.
Lautstärke: Es ist schon recht laut, vor allem aufgrund der ständigen Bauarbeiten. Aber zum Glück hat meine Tochter einen gesunden Schlaf.
Größe: Küche mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer. Für den Preis ist die Wohnung echt groß.
Tutorate/Extras: Da gibt es sehr viele. Unter anderem Thai-Bo, Joggingtutorate, Klavierräume, ein Sprachlabor und Übertragungen von Fußball-Bundesliga und Champions League.
Fazit: Ich finde es toll in der Stusie, vor allem liebe ich den Multikulturalismus und die Kinderfreundlichkeit.
Website: Studentensiedlung



Wohnheim Berliner Allee

Farina Sooth (20), studiert Waldwirtschaft und Umwelt

Wohnt hier seit: einem Jahr (5er WG)
Lage: Gut. Die S-Bahn-Haltestelle ist ganz in der Nähe und bis zum Edeka ist es auch nicht weit.
Ordnung: Natürlich kann man hier nicht gerade vom Boden essen, aber dank unseres Putzplans funktioniert es ganz gut. Vor allem das Bad ist wirklich sauber und ordentlich. Wir sind hier in der WG schließlich auch nur Mädels: Deshalb läufts!
Mitbewohner: Mit den Mädels aus der WG kochen wir regelmäßig sonntags zusammen. Mit den Leuten aus den anderen Stockwerken habe ich allerdings kaum Kontakt.
Lautstärke: Das Zimmer ist super isoliert. Obwohl ich direkt an einer Kreuzung wohne, bekomme ich vom Verkehr kaum etwas mit. Manchmal stören allerdings die Partys im Erdgeschoss.
Größe: Mein Zimmer ist sehr lang geschnitten, wahrscheinlich das beste in der WG. Das passt mir gut.
Tutorate/Extras: Mir gefällt, dass ich unproblematisch die Einrichtungen der Stusie mitbenutzen kann. Außerdem gibt es hier wohl einen Brötchenbringdienst – den will ich unbedingt einmal in Anspruch nehmen.
Fazit: Ich bin sehr zufrieden und habe definitiv nicht vor, auszuziehen.
Website: Wohnheim Berliner Allee



 

Händelwohnheim

Niels Eggers (27), studiert Deutsch, Geschichte und Politik auf Lehramt

Wohnt hier seit: drei Jahren (5er WG)

Lage: Seit zwei Jahren wird an der Straßenbahnlinie gebaut, seitdem ist es schon ein wenig problematisch, in die Stadt zu kommen. Ansonsten ist die Lage genial, da es vom Händel recht nah zum Schlossberg ist: zu Fuß ist man in zehn Minuten im Grünen. Außerdem sind etliche Supermärkte in der Nähe.
Ordnung: Es war schon mal schlechter. Aber das hängt auch immer von den aktuellen Mitbewohnern ab. Wir haben immer zwei Erasmusstudenten, da ist die Fluktuation natürlich hoch. Momentan haben wir einen Putzplan, da funktioniert es einigermaßen. Manchmal muss man allerdings hinterherputzen.
Mitbewohner: Früher lebte hier jeder für sich, inzwischen wird es besser. Im Wohnheim ist es aber leicht, Leute kennenzulernen. Vor allem beim Fußball oder im von mir geführten Café, das jeden Donnerstagabend geöffnet hat und immer gut besucht ist.
Lautstärke: Das ist hier wohl besser, als in den anderen Wohnheimen. Obwohl der Partykeller direkt unter der WG liegt, bekommt man von dem Lärm kaum etwas mit. Der Zug nebenan stört allerdings schon. Demnächst soll ein Schallschutz kommen – ich hoffe, das hilft.
Größe: Mein Zimmer ist groß genug.
Tutorate/Extras: Hier werden zwar viele Tutorate angeboten, allerdings ist die Arbeitsmoral der Tutoren eher schwach. Viele machen es nur für eine Wohnzeitverlängerung. Ein toller Service ist übrigens, neben dem Café, ein Bio-Bäcker im Haus, der einem die Brötchen sogar bis in die WG bringt.
Fazit: Hier ist alles recht familiär. Im Gegensatz zu vielen anderen Wohnheimen machen wir unheimlich viel miteinander. Vielleicht liegt das daran, dass man unser Wohnheim selbstverwaltet wird und sich jede WG ihre neuen Mitbewohner selbst aussuchen kann. So stimmt die Chemie!
Website: Händelwohnheim



Wohnheim im Vauban

Maria-Xenia Hardt (19), studiert Anglistik und BWL

Wohnt hier seit: drei Tagen (7er WG)
Lage: Sehr geil! Mit dem Fahrrad oder der Straßenbahn sind es nur starke 10 Minuten bis in die Stadt. Die Weinberge sind gleich in der Nähe und vor allem ist es sehr ruhig.
Ordnung: Es ist zwar nicht so ordentlich wie bei Mama zu Hause, aber dank unseres Putzplans ist es eigentlich ganz sauber...im Vergleich zu meiner ehemaligen Kölner WG sogar klinisch sauber.
Mitbewohner: In der WG sind wir zu siebt. Meine Mitbewohner kommen aus Skandinavien, Kanada, den USA – es ist wirklich super international und durchmischt. Ich fühle mich nach der kurzen Zeit schon richtig integriert, da die Leute hier total offen sind.
Lautstärke: Momentan sind hier Bauarbeiten. Der Krach geht schon morgens um 7 Uhr los. Aber insgesamt geht’s.
Größe: Die Küche ist sehr groß. Ich bin gerade erst eingezogen, deshalb wirkt mein Zimmer noch relativ leer.
Tutorate/Extras: Unter anderem gibt es einen Billard-Raum, ein Skitutorat, einen Kunstraum, Gitarrenkurse, einen Filmverleih und demnächst soll sogar ein Umsonstladen in einem der Häuser aufmachen.
Fazit: unkomplizierte Mitbewohner, saubere Zimmer und einen Studi-freundlichen Hausmeister. Was will man mehr?
Website: Studentendorf Vauban

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