Wie komme ich jetzt noch an EM-Tickets?

Christoph Ries

Morgen verlost der DFB auf seiner Webseite die letzten Tickets für die Europameisterschaft in der Schweiz und Österreich. Die Chancen, eine der 14 400 Karten für die Vorrundenspiele der Nationalelf zu ergattern, sind minimal. Wir zeigen dir, was du tun musst, um bei der EM dabei zu sein.



Dass es Ärger geben wird, ist so gut wie vorprogrammiert. Denn für die 3 Millionen Kartenbesteller aus Deutschland (BamS) hält die UEFA gerade mal 21 765 Tickets bereit – für alle drei Vorrundenspiele wohlgemerkt. 7 365 davon bleiben beim DFB. Damit beglückt der Verband die Bundesligavereine, Sponsoren, ehrenamtliche Helfer und nicht zuletzt die Nationalspieler selbst. Die restlichen 14 400 Eintrittskarten wandern in den freien Verkauf und werden ab morgen auf www.dfb.de verlost.


Das Problem mit den Tickets

Den DFB trifft bei dem Ticketchaos nur bedingte Schuld. EM-Karten sind generell klamm. Das Klagenfurter Wörtherseestadion, in dem Deutschland gegen Polen (8. Juni) und Kroatien (12. Juni) spielt, fasst gerade mal 30 000 Zuschauer. Immerhin 50 000 passen ins Wiener Ernst-Happel-Stadion, wo der Vorrundenkracher Deutschland-Österreich stattfindet. Von der UEFA bekommt der DFB für jedes Vorrundenspiele nur 20 Prozent aller Stadionplätze zur Verfügung gestellt. Der Rest geht an Sponsoren, Offizielle und – auch die haben Ticketwünsche – an die Gegnerteams.

So läuft der Kartenverkauf

Morgen um 10 Uhr startet das Online-Ticketportal auf dfb.de. Dort können die Fans bis zum 12. Februar (0.00 Uhr) für je ein Spiel der Nationalelf maximal vier Tickets bestellen. Für den Fall, dass Deutschland das Viertelfinale, Halbfinale oder Endspiel erreicht, verlost der DFB Gutscheine, die vor Ort in Tickets eingetauscht werden können.

Auch hier gilt: maximal vier Gutscheine, maximal ein Spiel. Nur so haben möglichst viele Fans eine Chance, ein deutsches EM-Spiel zu sehen. Ähnlich wie bei der WM 2006 müssen die Antragssteller dabei ihre persönlichen Daten angeben. Ende Februar werden die Tickets unter notarieller Aufsicht verschickt. Offiziell endet die Verkaufsphase am 31. März.

„Es gibt ja Tauschbörsen“

DFB-Präsident Theo Zwanziger sagt in der heutigen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung: „Ich weiß, dass es große Enttäuschung geben wird. Die, die kein Glück bei der Verlosung haben, tun mir auch sehr leid.“ In einem Nebensatz lässt Zwanziger etwas fallen, was für ticketlose Fans Fluch und Segen zugleich sein könnte: „Es gibt ja Tauschbörsen.“

Zu inoffiziellen Ticketportalen wie eBay und Vietentours, einem Anbieter von Fußballreisen, hat die UEFA eine dezidierte Meinung. Europas Fußballverband warnte zuletzt vor Kartenkäufen über das Internet und nicht autorisierten Ticket-Paketen. Gianni Infantino, der Leiter der UEFA-Rechtsabteilung, sagt auf der UEFA-Webseite: „Überteuerte Ticket- und Hospitality-Preise sind keine Garantie dafür, dass die Karten auch wirklich geliefert werden. Fans sollten sich deshalb keine Karten von inoffiziellen Händlern kaufen, sonst könnten sie am Ende enttäuscht werden.”



Überteuerter Schwarzmarkt

Die billigste Karte für ein Vorrundenspiel kostet 45 Euro – offiziell. Auf dem Schwarzmarkt werden jetzt schon ganz andere Preise gehandelt. Zwei Sitzplatzkarten in der zweiten Kategorie für das Vorrundenspiel Deutschland-Polen rangieren bei eBay derzeit bei 301 Euro – fast das Doppelte des Originalpreises. Vietentours verlangt für die selbe Partie inklusive aufgezwungenem Rahmenprogramm stolze 1 265 Euro. Ob man damit am Ende tatsächlich im Stadion sitzt, ist unklar. Auch ein Reiseanbieter muss sich nämlich erstmal um Karten bewerben.

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