Wie kann man Fotos online entwickeln lassen?

Dominik Schmidt

Du kommst mit zwei Gigabyte Fotos aus deinem Urlaub zurück und stellst dir die Frage: Wo und wie kann ich meine digitalen Bilder über das Internet entwickeln lassen? Unser Autor Dominik Schmidt hat einige Tipps für dich und empfiehlt brauchbare Anbieter.



Eine Vielzahl von Anbietern kämpft um die Gunst der Kunden und lockt mit Sonderaktionen. Nein, hier geht es nicht um den günstigsten Handy-Tarif, auch der Markt der Entwicklung digitaler Fotos ist stark umkämpft. Es lohnt sich also mehr darüber zu erfahren.


Alles eine Frage der Einstellung

Bevor man drauf los knippst, lohnt es, sich einige Gedanken zur richtigen Einstellung der Kamera zu machen. Moderne Kameras kommen mit hohen Pixelzahlen daher, mit denen sich dich Bilder auch in Postergröße entwickeln lassen. Allerdings brauchen Bilder in einer hohen Auflösung auch viel Speicherplatz. Deswegen lohnt es sich, die Auflösung dem Zweck anzupassen. Möchte ich die Bilder in der traditionellen „Fotoalbum-Größe“ entwickeln, reicht eine Auflösung von 1600x1200 Pixel (beziehungsweise zwei Megapixel) völlig aus.  Die meisten Digitalkameras speichern die Bilder automatisch im JPEG-Format. Dies ist eine speicher-freundliche Lösung und wird später beim Entwickeln auch geeignet sein. Jedoch komprimiert JPEG die Aufnahmen und es tritt somit ein Qualitätsverlust auf. Für professionelle Anwender ist deswegen das verlustfreie Format TIFF vorzuziehen.

Ein dritter Aspekt, mit dem man sich auseinander setzen sollte, ist das Seitenverhältnis. Klassische analoge Kameras fotografieren im 2:3 Format. Dagegen benutzen Digitalkameras das 3:4 Format. Der Grund dafür ist einfach die Anpassung an das gängige 3:4 Format von Monitoren. Würde man das Bild jetzt aber im normalen Bildformat 10x15 entwickeln (also so, wie wir es von unseren alten Aufnahmen kennen), würde entweder Ein Teil vom Bild abgeschnitten werden - oder wir hätten unschöne weiße Ränder auf dem Positiv. Um dies zu lösen, gibt es drei Möglichkeiten.
  • wir können das Format, das funktioniert allerdings nur bei wenigen Digitalkameras, in der Kamera auf 2:3 umstellen.
  • Die wohl beste Lösung ist allerdings, das Bild einfach in der angepassten Größe 11x15 zu entwickeln. Die meisten Anbieter im Internet schlagen dies automatisch vor.  

Bringen wir die Sache endlich auf Papier

Sind die Aufnahmen erst auf dem PC gespeichert, kann es ans Entwickeln gehen. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten wie ich an meine gedruckten Aufnahmen komme.

Je nach Schnelligkeit meiner Internet-Anbindung kann ich die Bilder über das Internet direkt an den Foto-Entwickler senden oder ich brenne die Bilder auf eine CD und sende diese über den Postweg. Habe ich nur eine langsame Modemverbindung, macht es Sinn, die Bilder auf eine CD zu brennen und an den Entwickler meines Vertrauens zu schicken. Preislich macht das keinen Unterschied, ist aber natürlich etwas weniger komfortabel. Entscheide ich mich für das Überspielen per Internet, kann ich mir die fertigen Aufnahmen direkt zuschicken lassen, also ohne einen Schritt vor die Tür setzen zu müssen.

Mit etwas Frischluft ist die Methode verbunden, bei der ich die Aufnahmen direkt im Geschäft abhole. Diesen Service bieten zum Beispiel die Drogeriemärkte Schlecker und Müller an. Jeder hat eigentlich einen der beiden in der Nähe und die Entwicklungszeit ist mit 2-4 Werktagen recht zügig. Hier ist der Vorteil ganz klar die Schnelligkeit und der Preis. Langes Versenden der Bilder entfällt und man kann auch zwei, drei Euro Versandkosten sparen.

Der richtige Anbieter Anbieter, die digitale Bilder entwickeln, gibt es in Hülle und Fülle. Eine hilfreiche Orientierung bieten Vergleichseiten. Um jedoch wirklich den günstigsten Preis zu finden, sollte man sich auch nach Sonder-Aktionen bei den Anbietern umschauen. Meist bekommt man nach der Anmeldung einige Gratis-Abzüge oder einen Gutschein. Schauen wir uns also mal drei der größten Anbieter genauer an.

Pixum.de, Snapfish und Foto.com sind in Deutschland sehr weit verbreitet. Alle drei locken ihre Kunden mit speziellen Angeboten. Nehmen wir sie also etwas genauer unter die Lupe.

Pixum.de wirbt mit 100 Gratis-Abzügen nach der Anmeldung. Diese sind aber auf kleinere Bildformate (bis 11cm) beschränkt und werden auf vier Bestellungen verteilt. Das heißt bei den ersten vier Bestellungen kann man jeweils 25 Bilder kostenlos entwickeln lassen. Bei Snapfish sind es nur 20 kostenfreie Abzüge der 10cm Größe nach der Anmeldung. Das beste Angebot macht hier wohl Foto.com. Hier bekommt man 100 Gratis-Abzüge bis zum 13. August bei jeder Bestellung, also nicht nur einmalig nach der Anmeldung.

Doch auch wenn die Entwicklung bei diesen Angeboten gratis ist, kommen immer Versandkosten hinzu. Diese sind mit 1.95 Euro bei Pixum.de am niedrigsten. Aber Vorsicht, bei der Bestellungen größerer Formate und sehr großer Mengen können extra Versandkosten und Verpackungskosten hinzukommen. Der Preis für einen Abzug bei dem gängigen 10cm Format ist bei Foto.com mit 7 Cent am günstigsten. Die beiden anderen Anbieter verlangen 9 Cent, was eigentlich dem Durchschnittspreis entspricht.

Der technische Ablauf ist bei allen ähnlich. So kann man sich bei Foto.com und Pixum.de eine Software auf dem Windows-System installieren - Mac-Nutzer schauen leider in die Röhre - und komfortabel die Bilder vom heimischen PC hochladen. Daneben gibt es aber auch immer die Möglichkeit, die Bilder direkt per Browser an den Anbieter zu senden. Zu Beachten: Bei der zweiten Methode muss oft Java-Script im Browser aktiviert sein. Bei größeren Mengen ist eine Software aber durchaus von Vorteil, da sie auch die automatische Anpassung an die richtige Größe übernimmt.

So lassen sich die Fotos mit wenigen Klicks entwickeln und nach zwei bis drei Werktagen liegen sie dann auch schon im Briefkasten.