Veranstaltungsreihe

Wie kann eine postrassistische Welt aussehen?

Annalina Ebert

Wie viel Rassismus steckt noch in unserer scheinbar aufgeklärten Welt? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Dear White People" soll der Frage mit Workshops, Theaterstücken, Konzerten und Diskussionen nachgegangen werden.

In was für einer Welt wollen wir leben? Was heißt eigentlich weiß oder schwarz sein? Wieso wird Hautfarbe als ein Unterscheidungskriterium von Menschen gewertet? Warum bekommen wir Alltagsrassismus oft gar nicht mit? Und wie können wir ihn überwinden?


Fragen, diskutieren, zuhören, mitmachen. Darum wird es in den knapp zwei Wochen, vom 6. bis 17. Februar, der Veranstaltungsreihe "Dear White People... – Visionen einer postrassistischen Gesellschaft" im Februar gehen. Das Cargo-Theater und der Verein Zusammen leben haben mithilfe vieler Partner rund 30 Veranstaltungen ins Leben gerufen, die unter anderem im E-Werk, im Zusammen-Café, im Literaturhaus und im Kommunalen Kino stattfinden. Debatten, Selbstreflexionen und Visionen zum Thema Rassismus und Antirassismus sollen mit künstlerischen Darstellungsformen verbunden werden. "Es geht vor allem darum, zu sprechen und sich auszutauschen", sagt Johanna Dangel von Zusammen leben, "aber es soll trotzdem erlebnisbasierte Zugänge wie Theater, gemeinsames Singen oder Kochen geben, weil jeder Mensch die Welt unterschiedlich rezipiert."

Das Eröffnungsstück spielt in Deutschland und in Togo

Die Idee für die Veranstaltungsreihe kam von dem Freiburger Cargo-Theater und der togolesischen Film- und Theatergruppe Wilsicom Productions, die vor rund eineinhalb Jahren die Zusammenarbeit für ein Stück namens "Versuch zwischen Welten" vereinbarten. Ein Werk, das halb in Togo, halb in Deutschland entstanden ist und seine Premiere im Dezember in Togo feierte. Das Sciene Fiction-Theaterstück lässt acht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einem Forschungslabor zusammenkommen, um eine Formel zu erfinden, mit der sich die perfekte Begegnung herstellen lässt. Die deutsche Premiere in Freiburg ist am Donnerstag, 7. Februar im E-Werk. Einen Tag zuvor startet die Reihe "Dear White People". Für den Regisseur Leon Wierer war eine Ausweitung des Theaterstücks wichtig: "Wir wollten gerne neben der Aufführung noch andere Veranstaltungen anbieten, um das Diskussionsfeld zu öffnen. Gerade heute, wo so oft nationale Fragen aufkommen, geht es darum, das Blickfeld zu weiten und sich zu fragen, wer denn noch mit uns auf diesem Planeten lebt."

Aus der deutsch-togolesischen Zusammenarbeit hat sich auch das zweite große Thema der Veranstaltungsreihe entwickelt: der (Post)kolonialismus. Togo als ehemalige deutsche Kolonie ist nur selten ein Thema. Zeit also, diesen Teil der Geschichte ein wenig näher zu beleuchten. Geht es um Rassismus und Kolonialismus gibt es viel aufzuarbeiten – ob im Panel, Erzählcafé oder Vieraugengespräch, durchs Theater, Konzert oder Kino. Am Wochenende des 16. und 17. Februar erreicht die Veranstaltungsreihe ihren Höhepunkt: Bei einem abschließenden Visioning, bei dem die Teilnehmer ein Zukunftskonzept für ein gemeinschaftliches Miteinander in einer vernetzen Welt entwerfen werden.
Was: "Dear White People... – Visionen einer postrassistischen Gesellschaft"
Wann: 6. bis 17. Februar
Wo: E-Werk, im zusammen café, im Literaturhaus und im Kommunalen Kino
Weitere Infos: Veranstaltungsübersicht & Facebook-Seite

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