Konzert

Wie ist es eigentlich, Straßenmusik zu machen, liebe Trouble Notes?

Carla Bihl

Am Samstag spielte das Fusion-Trio Trouble Notes auf der KaJo und unterhielt die Freiburger Innenstadt mit impulsiven Klängen. Am 31. Oktober treten sie im Waldsee auf. fudder hat sich das Straßenkonzert angeschaut und nachgehakt, wie es ist, Straßenmusik zu machen.

In einer Zeit, in der man Lieder auf Spotify hört, mondäne Album-Release-Partys gefeiert und riesige Werbeaktionen gestartet werden, ziehen die drei Musiker von The Trouble Notes durch Freiburgs Straßen, um mit einer Guerilla-Aktion Promo für ihr Konzert im Waldsee Ende Oktober zu machen. Auf der Kaiser-Joseph-Straße, direkt am Bertoldsbrunnen, gegenüber des Galeria Kaufhof dauern Aufbau und Einstimmen nicht lange. Freiburgs große Einkaufsstraße ist an diesem Samstag gut gefüllt und auch andere Musikanten haben sich zusammengefunden, um die Innenstadt mit Klängen zu füllen.


Eine improvisierte Location

Verstärker und Percussion – ein Cajón, auf dem mit den Händen getrommelt wird – dienen als Sitzmöglichkeiten, Koffer und Taschen stapeln sich davor, eine Pappe wird noch schnell organisiert, um das Konzert mit Edding anzukündigen. Der Gitarrenkoffer ist der Klingelbeutel.

Mit den Leuten den Alltag anhalten

Wenn Oliver Maguire auf seiner Percussion sitzt und Florian Eisenschmidt die Gitarre zur Hand hat, greift Bennet Cerven zur Geige. Das New York-London-Deutschland-Trio mit Wohnsitz in Berlin zitiert mystische Klänge. Damit strudelt gefühlt die halbe Freiburger Innenstadt zusammen und lässt sich von den impulsiven Tönen berieseln.

Straßenmusik – das ist Passion, mag man meinen und sieht man: Da ist das Gefühl, das sich breit macht – und die Leute lieben es. Das sei auch das Schöne, erklärt Gitarrist Florian: "Es ist schön, dass man Leute erreicht, die nicht zu deinem Konzert kommen. Man trifft die Leute mitten im Leben. Wenn jemand anhält und dir auf der Straße zuhört, ist das ein riesengroßes Kompliment."



Auf Augenhöhe mit dem Publikum

Obwohl die Anfänge der Band in der Straßenmusik liegen, sei es etwas Seltenes geworden. Mittlerweile sind sie mehr auf der Bühne zuhause, trotzdem, so Bennet, sei gute Straßenmusik besser, als ein Konzert: "Man hat eine größere Verbindung zu dem Publikum und ist auf Augenhöhe." Gegründet hat sich die Band im Oktober 2012. Von New York aus ging im Sommer 2013 eine Reise los. Bennet und Oliver lernten sich in London kennen, während Bennet auf der Straße musizierte. Florian stieß vor fünf Jahren bei einem Konzert, auf das er erst gar nicht so recht Lust hatte, eher zufällig zur Band, nur um dann später Mitglied zu werden.

Hula-Hoop-Reifen, tanzen und Smartphones

Während Florian in die Seiten haut und Oliver auf den Kasten oder Bennet auch mal hinter seinem Kopf die Geige spielt, beginnen erst Kinder zu tanzen, dann auch einige Erwachsene. Manche kapitulieren vor dem letzten Gedanken, doch noch einmal weiter zu gehen, setzen sich nieder oder bleiben die vollen 50 Minuten der ersten Session stehen. Reichlich Smartphones werden gezückt, um Momentaufnahmen und Erinnerungen festzuhalten. Während eine Tänzerin ihren Hula-Hoop-Reifen herausholt, wippen andere im Takt. Dann formt sich die kleine Runde beinahe zu einem kleinen Straßenkunstfestival.

Freiburg als Lieblingsstadt

Auch auf Social-Media ist die Band stark vertreten und postet regelmäßig Ausschnitte und Videos aus dem Bandleben. Als Independent-Band sei das auch ein Türöffner, so Bennet. An diesem warmen Samstag in Freiburg belohnt das Publikum, das auch nach 50 Minuten nicht weniger sondern mehr wird, mit Pfiffen, Whoo-Schreien und Applaus. Übrigens, so Bennet, liebe das Trio Freiburg: "Es ist für mich eine meiner Lieblingsstädte in Deutschland."