Wie ich mir Vogelkacke ins Gesicht schmierte, um schön wie ein Hollywood-Star zu werden

Jule Markwald

Tom Cruise schmiert sich Vogelkacke ins Gesicht, eine Kardashian steht auf Avocado-Pudding: Hollywoodstars haben tausende Beautytipps, Fudder-Autorin Jule Markwald hatte sie dringend nötig: Der Winter in Jogginghose war lang. Ein Selbstversuch:

Japanische Geisha-Gesichtsmaske aus Vogelkot



Eine Gesichtsbehandlung aus Vogelkacke – der neue heiße Scheiß in Hollywood. Tom Cruise schwört angeblich darauf. Der Mann glaubt zwar auch, dass seine Seele vor Millionen von Jahren von Aliens auf diesen Planeten gebracht wurde, aber vielleicht ist ja zumindest an der Vogelkackenummer was dran. Eine Behandlung mit der japanischen Geisha-Wundermaske aus Nachtigalkot kostet 180 Euro, aber mit ein bisschen googeln gibt's das ganze auch für knappe 20 Euro aus dem Internet.


Die Verpackung ist klein und pastellig, das Pulver geruchsneutral. Mit lauwarmem Wasser angerührt wird die Fäkalpaste ins Gesicht gepinselt und dort zehn Minuten gelassen. Danach mit viel (!) Wasser abspülen und dabei die Lippen gründlich zusammenpressen. Es ist immerhin Vogelkacke über die wir hier sprechen.

Der erste prüfende Blick in den Spiegel ist unspektakulär: Ich sehe aus wie immer. Allerdings muss ich mein Fazit 24 Stunden später revidieren: leider geil! Meine Haut ist absurd weich, ich sehe sogar komplett abgeschminkt so aus wie frisch angemalt und abgepudert und ich werde mit 29 Jahren beim Zigarettenkauf nach dem Ausweis gefragt. Hautalterung, du kannst mich mal!

Ob mir der Zauber allerdings auf Dauer 20 Euro pro Minifläschchen Vogelexkremente wert ist, oder ob ich mir von den Geld nicht lieber billigen Rotwein und Chips kaufe und dann einen feinen Abend mit Freunden habe – wer kann das schon so genau sagen.

Der Avocadopudding der Kardashians



Man kann von den Kardashians zwar halten, was man möchte, rein physisch sind die Damen aber unbestreitbar beeindruckend. Kourtney Kardashian isst jeden Morgen einen Avocadopudding und weil Schönheit angeblich von innen kommt, mache ich das jetzt auch. Der "Pudding à la Kourtney" wird aus einer Avocado, Milch und Rohrzucker zusammenpüriert und in eine instagramfreundliche Schüssel geschüttet. Es sieht ganz nett aus und schmeckt … interessant?!

Okay, es ist ziemlich ekelhaft! Wie eine Guacamole, an der alles falsch ist. Alles! Ich versuche mir ein paar Löffel reinzuwürgen, kapituliere aber schnell und mache mir einen Käsetoast. Aaah, Kohlenhydrate. Ihr seid eine feine Sache! Gott sei Dank habe ich noch irgendwo gelesen, dass Salma Hayek sich pürierte Avocado ins Gesicht schmiert. Das soll die Haut beruhigen und Fältchen vorbeugen. Alles, um das Zeug nicht essen zu müssen, denke ich - und pinsele mir die Grütze aufs Antlitz.

Und siehe da: Salma Hayek weiß mehr als die Kardashians. Meine Haut ist nach der Behandlung weich wie ein Babyarsch.

Das Pferdeshampoo



Die Pferdeshampoo-Marke der Wahl bei Hollywoods Damen (allen voran Jennifer Aniston – und die hat sich immerhin mal Brad Pitt geangelt!) ist angeblich Mane'n'Tail. Die gibt's in der Zoofachhandlung hinter meinem Haus zwar nicht, aber das Teebaumölshampoo im handlichen 1-Liter-Pack tut es auch und den Preis von 8 Euro verträgt mein Geldbeutel grade noch so. Beim ersten Shampoonieren ist der Geruch gewöhnungsbedürftig: irgendwas zwischen Hustensaft und Öko-Dünger. Immerhin verfliegt er fix.

Was nach dem Föhnen auffällt: Meine Haare glänzen, als wäre ich ein Showpony! So sehr, dass sogar männliche Kollegen, die sich einen Scheiß für Haarpflegeprodukte interessieren, den Status meiner Haare kommentieren. Außerdem positiv: Normalerweise ist mein Haupthaar nach einem Tag so fettig, dass ich mir damit ein Schnitzel braten könnte. Mit Pferdeshampoo behandelt sind sie mindestens zwei Tage lang locker-fluffig und fliegen und frizzen trotzdem nicht.

Frau Aniston behauptet in diversen Interviews, dass ihre Haare damit schneller wachsen würden. Das kann ich nach einer Woche noch nicht bestätigen, meine Weltkenntnis sagt mir allerdings auch, dass das großer Quatsch sein dürfte. Trotzdem: Ich belabere seit der ersten Anwendung alle Damen in meinem Bekanntenkreis auf Pferdeshampoo umzusteigen. Alle Daumen hoch!

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