Wie geht’s mit der Passage 46 weiter? Neuer Theater-Intendant Peter Carp stellt seine Ideen vor

Gina Kutkat

Am Donnerstagmittag hat sich das neue Leitungsteam des Theater Freiburg um Intendant Peter Carp vorgestellt. Es ging um den Spielplan 2017/2018 – und auch um die Zukunft der Theaterpassage. Wird es dort bald wieder Partys geben?

Peter Carp wird ab Sommer 2017 der neue Intendant des Theater Freiburg und ist damit Nachfolger von Barbara Mundel. Was der gebürtige Stuttgarter, Jahrgang 55, und aktuelle Verantwortliche am Theater Oberhausen in Freiburg vorhat und wie er die Passage 46 nutzen möchte, erklärte er am Donnerstag auf einer Pressekonferenz im Winterer Foyer des Theaters.


Zum Erbe, das Peter Carp in Freiburg antritt, gehört unter anderem auch die Zukunft der skandalträchtigen Passage 46. Vor einem Jahr wurde der Betrieb nach der Pächter-Insolvenz eingestellt, seitdem wurden die Räume als Foyer fürs Kleine Haus und Kammertheater genutzt – und ab und zu für Veranstaltungen vermietet. Zuletzt hatte es einmalig eine Party von Ex-Schmitz-Katze-Betreiber Jan Ehret gegeben. Die Zusammenarbeit zwischen ihm und Barbara Mundel endet mit der jetzigen Spielzeit.

Neue Intendanz betreibt Passage eigenständig

"Wir wollen die Passage auf jeden Fall selber betreiben, denn mit Pächtern hat es ja in der Vergangenheit nicht so gut geklappt", sagt Rüdiger Bering, neuer Chefdramaturg am Theater Freiburg. An fünf bis sechs Tagen in der Woche soll die Bar für Abend- und Nachtgastronomie genutzt werden. "Auch kleine Speisen sind denkbar", so Bering.

Startschuss für den neuen Betrieb ist der 20. Oktober – der Beginn des neuen Spielplans. An Abenden, an denen keine Vorstellungen stattfinden, sind Lesungen, Konzerte oder Kinoabende geplant. Als Kurator für die Veranstaltungen fungiert künftig Martin Müller-Reisinger, der auch Mitglied des Schauspiel-Ensembles ist. In Bezug auf Partys und Clubveranstaltungen bleibt Peter Carp vage: "Es kann gut sein, dass ein Jazzabend mal in eine Party übergeht." Alles weitere wolle man zunächst noch offenlassen.

Keine Club-Lizenz für die Räume der Passage

Regelmäßige Clubveranstaltungen müssten sowieso noch eine Hürde nehmen: Im Zuge der Debatten um die Passage 46 ist herausgekommen, dass es keine Club-Lizenz für die Räume gibt. Im Februar hatte Baubürgermeister Martin Haag noch eine Chance gesehen, den Bebauungsplan zu ändern. Wie es genau weitergeht, wird sich erst nach dem Sommer zeigen.

Von Oberhausen nach Freiburg

"Menschen gehen wegen Menschen ins Theater", sagt Peter Carp im Hinblick auf seine Arbeit als Intendant in Freiburg. Eine Stadt, die er schon während seiner Zeit als Schauspieldirektor am Theater Luzern mehrfach besuchte. Seit August 2008 ist Carp Intendant am Theater Oberhausen, von dort bringt er unter anderem Chefdramaturg Rüdiger Bering und Dramaturgin Tamina Theiß mit.

Weiterhin Mehrgenerationenprojekte im Jungen Theater

Zum neuen Team gehören außerdem Tatjana Beyer (Dramaturgie Musiktheater), Dr. Michael Billenkamp (Dramaturgie Schauspiel), Dr. Adriana Almeida Pees (Tanz), Tim Lucas (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Generalmusikdirektor Fabrice Bollon und Betriebsdirektor Georg Heckel. Michael Kaiser, der schon in der Spielzeit von Barbara Mundel Spartenleiter Junges Theater war, führt seine Arbeit auch unter Peter Carp fort.

Das junge Theater wird auch in der Spielzeit 2017/2018 ein Mitmach-Theater bleiben. "Mehrgenerationenprojekte wird es weiterhin geben", sagt Michael Kaiser. Beispielsweise das Tanz-und Theaterprojekt "Die Krone an meiner Wand", bei dem Frauen zwischen 17 und 74 mit und ohne Krebs mitspielen. Beliebte Formate wie das Kinderorchester oder das Heim- und Fluchtorchester, in dem junge Menschen aus verschiedenen Kulturen spielen, werden ebenso beibehalten. Auch Graham Smith, Choreograph und Künstlerische Leiter der Sparte Tanz, bleibt im Team.

Mehr zum Thema: