Wie geht es weiter mit dem Z? Stadtverwaltung sagt Ja zum Artik-Konzept

Frank Zimmermann

Die Zukunft des seit 2009 stillgelegten Jugend- und Kulturzentrums "Z" unterm Siegesdenkmal ist weiter ungewiss: Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat vor, dass der neu gegründete Verein Artik das Z betreiben und dafür einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 43000 Euro erhalten soll, wozu einmalig noch 30 000 Euro für die Instandsetzung der Räume käme.

Jedoch findet sich der Zuschuss wegen der schwierigen finanziellen Lage der Stadt nicht im Doppelhaushalt 2011/2012 wieder. Im Etat bereitgestellt werden von der Verwaltung lediglich 10 000 Euro und der Mietkostenzuschuss (19 100 Euro). Stattdessen taucht der Großteil des städtischen Beitrags zum Betrieb des "Z" auf einer Liste mit Vorhaben auf, über die der Gemeinderat entscheiden soll.


Will heißen: Das "Z" wird nur neu starten können, wenn sich eine Mehrheit im Gremium für das neue Konzept von Artik erwärmt und der Zuschuss durch Umschichtungen noch Eingang in den Haushalt findet. Mit ihrem Vorschlag macht die Verwaltung deutlich, dass sie Artik die Aufgabe zwar zutraut – zwei weitere Bewerber hatten Interesse bekundet –, allerdings signalisiert sie damit auch, dass sie das Projekt derzeit finanziell nicht für realisierbar hält, auch wenn Kultur- und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach glaubt, dass das Rennen für Artik keineswegs aussichtlos ist.

Artik-Vorstand Joe Evers, ein Sozialpädagoge mit Erfahrung in der Jugendarbeit, versichert, dass man für das "Z" einen echten Neuanfang wolle, politisch unabhängig und nicht mit denjenigen gleichzusetzen sei, die die Räume drei Mal widerrechtlich besetzt hatten. Die geplanten Strukturen seien nicht mit denen des pleite gegangenen Vorgängers vergleichbar: Zwei Geschäftsführer, einer für den pädagogischen und einer für den betriebswirtschaftlichen Bereich, sollen für feste Strukturen sorgen.

Evers ist sich im Klaren darüber, dass er und seine Mitstreiter noch Werbung in eigener Sache machen müssen, denn: "Wir haben noch keine Mehrheit." In der Tat ist die Meinungsbildung in den Fraktionen noch längst nicht abgeschlossen. SPD-Stadträtin Karin Seebacher will sich in ihrer Fraktion auf jeden Fall für Artik stark machen, und auch die Jusos sprechen sich für das "Z" aus. Ob das "Z" auch zu finanzieren ist, darauf will sich Seebacher aber noch nicht festlegen.

Klar für das neue Konzept plädiert Grünen-Fraktionspartner Junges Freiburg, im Haushalt müsse eine Lösung zur Finanzierung gefunden werden, fordert Stadträtin Simone Ariane Pflaum. Und der grüne Fraktionsvize Gerhard-Frey sagt: "Ich finde Artik eine interessante Initiative, der man eine Chance geben sollte." Wesentlich skeptischer ist die CDU: "Mich haben sie noch nicht überzeugt", sagt ein zweifelnder Fraktionsvize Berthold Bock. Auch Stadtrat Atai Keller (Unabhängige Listen) will das Konzept noch einmal auf seine "Tauglichkeit" überprüfen. Er befürchtet, dass kommerzielle Veranstaltungen im Programm Überhand nehmen könnten. Gerne würde Keller noch prüfen lassen, ob sich die Räume nicht auch für die Arbeit von Theatergruppen eignen würden.

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