Zeugen gesucht

Der 18-jährige Cengiz Duman aus Lahr wird seit Samstag vermisst

BZ-Redaktion

Seit er Samstagmorgen in der Lahrer Tullastraße eine Diskothek verließ, wird der 18-jährige Cengiz Duman vermisst. Die Polizei sucht nach Hinweisen, die zum Aufenthaltsort führen könnten.

Angehörige und Polizei sind seit Samstag auf der Suche nach dem 18 Jahre alten Cengiz Duman. Er wurde laut Polizei letztmals am frühen Samstagmorgen gegen 3.30 Uhr beim Verlassen einer Diskothek in der Tullastraße gesehen. Seither fehlt von dem Sulz wohnhaften Heranwachsenden jede Spur. Die durch Einsatzkräfte der Feuerwehr Lahr und der Polizei veranlasste Suche verliefen erfolglos. Hinweise zum Aufenthaltsort von Duman nimmt jede Polizeidienststelle und der Kriminaldauerdienst, Tel. 0781/212820, entgegen.


Der Vater von Cengiz Duman hatte am Sonntag gegen 14 Uhr auf Facebook die Suchmeldung nach seinem Sohn gepostet. Sein Aufruf wurde bereits 18 000 Mal geteilt, auch auf anderen Seiten ist er veröffentlicht worden. Nach Angaben des Vaters ist Cengiz Duman etwa 1,85 Meter groß, er soll an dem Abend eine anthrazitgraue Jacke, darunter einen grauen Pullover mit Boss-Aufschrift und eine zerrissene schwarze Hose angehabt haben.

Auch wenn die Polizei bis am Mittwoch um 13.50 Uhr keine offizielle Vermisstenmeldung herausgegeben hat, machte das Verschwinden des jungen Mannes in der Bevölkerung längst die Runde: zum einen in den sozialen Netzwerken, zum anderen weil über dem Stadtgebiet mehrfach Hubschrauber kreisten und die Polizei Suchaktionen startete. Die Badische Zeitung hat bei der Pressestelle der Polizei Fragen zum Umgang mit Vermissten gestellt.


Ganz allgemein gefragt: Ein Mensch verschwindet. Welche Schritte laufen bei der Polizei an?
Zunächst wird das persönliche Umfeld der Person nach dem letzten Aufenthalt und der Persönlichkeit des Gesuchten befragt. Oftmals sind bereits hier Anhaltspunkte für ein Verschwinden der Person zu finden – Freitodabsichten, Suche nach Ruhe und Distanz oder Streit.

Welchen Unterschied macht es, ob eine Person voll- oder minderjährig ist?
Grundsätzlich gilt als vermisst, wer seinen gewohnten Lebenskreis verlassen hat, wessen Aufenthalt unbekannt ist und wenn eine Gefahr für Leib oder Leben (Opfer einer Straftat, Unglücksfall, Hilflosigkeit, Freitodabsicht) angenommen werden kann. Der wesentliche Unterschied zwischen Erwachsenen und Minderjährigen besteht in der Gewichtung einer möglichen Gefahr für Leib oder Leben. Während bei Erwachsenen die Gefahr für Leib oder Leben oft aufgrund fehlender Hinweise nicht sofort begründet werden kann, so gelten Minderjährige in jedem Fall als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben und ihr Aufenthalt unbekannt ist. Solange die Ermittlungen nichts anderes ergeben, muss aufgrund des Alters grundsätzlich eine Gefahr für Leib oder Leben angenommen werden.

Wann geht die Polizei an die Öffentlichkeit und warum?
Wir sind bemüht, behutsam mit Vermisstenfällen umzugehen. Oft stellt sich ein zunächst dramatisch dargestelltes Verschwinden im Nachhinein als Flucht in die Freiheit oder die Suche nach Ruhe eines Erwachsenen dar. In solchen Fällen wäre eine Öffentlichkeitsfahndung kontraproduktiv. Bei Kindern stellt sich diese Frage aus den oben erwähnten Gründen nicht. Hier ist die Schwelle zur Information einer breiten Öffentlichkeit deutlich schneller überschritten.

Wie geht die Polizei mit der Diskussion in den sozialen Netzwerken um? Schaltet sie sich ein?
Außerhalb unserer Polizeiauftritte schalten wir uns nur äußerst selten ein. Dies hat auch technische Ursachen – Kommentare mit dem Zusatz als "Polizei Offenburg" sind hier nicht immer möglich. Auf Postings innerhalb der von uns betreuten Auftritte reagieren wir bei Bedarf sehr schnell.

In welchem Umfang nutzt die Polizei soziale Netzwerke?
Wir nutzen die Plattformen Facebook und Twitter zur parallelen Veröffentlichung von Pressemitteilungen. Zeitgleich ermöglichen uns diese Medien einen Dialog mit dem Bürger.

Sind solche Aufrufe hilfreich? Gibt es dafür positive Beispiele?
Durchaus. Die Reichweite und die Schnelligkeit sozialer Medien sind nicht zu unterschätzen. Über die Kanäle des sozialen Netzwerks werden Menschen erreicht, die über die altbewährten Medien gar nicht oder nur schwer informiert werden können. Bisheriger Spitzenreiter ist ein von uns veröffentlichter Beitrag über ein bei Kehl ausgesetztes Pferd. Binnen weniger Tage wurden hier über eine Million Menschen erreicht.
Hinweise zum Aufenthaltsort des Gesuchten nehmen die Beamten jeder Polizeidienststelle oder die Ermittler des Kriminaldauerdienstes unter der Telefonnummer 078121/2820 entgegen.




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