Wie funktioniert eigentlich eine Belohnung?

Claudia Kornmeier

"Für Hinweise, die zu einer Ergreifung des Täters führen, ist eine Belohnung ausgesetzt worden." Darunter ein Phantombild des Täters und in dicken roten Ziffern die ausgesetzte Summe. So fahndete schon der Sheriff im Wilden Westen, und so gehen Ermittlungsbehörden heute noch vor. Wie die Aussetzung einer Belohnung genau funktioniert, hat uns der Leiter der Staatsanwaltschaft Freiburg Peter Häberle erklärt.

 



Wer setzt die Belohnung aus?

 
Der Leiter der Staatsanwaltschaft. Die Gerichte haben damit nichts zu tun. Das Verfahren zur Aussetzung einer Belohnung ist in einer Verwaltungsvorschrift des Justizministeriums geregelt.

Wann setzt die Staatsanwaltschaft eine Belohnung aus?

 
Das liegt im Ermessen des Behördenleiters. Ein wichtiges Kriterium, nach dem der Behördenleiter entscheidet, ist die Bedeutung der Tat. Belohnungen werden meistens bei schweren Straftaten wie Mord, Sexualdelikten oder Brandstiftung ausgesetzt. Und auch nur dann, wenn sich die Staatsanwaltschaft etwas davon verspricht. Meistens verbinden wir die Aussetzung einer Belohnung mit einer öffentlichen Fahndung. Wenn wir also sowieso an die Öffentlichkeit gehen wollen, dann versuchen wir, mit der Aussetzung einer Belohnung noch etwas mehr Aufmerksamkeit zu erregen. Wirklich hilfreich ist die Aussetzung einer Belohnung aber in den seltensten Fällen.

Wie häufig sind Belohnungen?

 
Die Freiburger Staatsanwaltschaft setzt im Schnitt einmal pro Jahr eine Belohnung aus. Eher noch seltener.

Woher kommt das Geld für die Belohnungen? Und was passiert mit dem Geld, wenn eine Belohnung nicht ausgezahlt wird?

 
Das Geld stammt aus Haushaltsmitteln des Landes. Wenn wir es nicht auszahlen, dann bleibt es in der Haushaltskasse.

Wie hoch ist eine Belohnung in der Regel? Und wie wird die Summe festgelegt?

 
Die Summe legt der leitende Staatsanwalt nach seinem Ermessen fest. Der übliche Rahmen liegt bei 2.500 bis 10.000 €. Die höchste Summe, die ich einmal erlebt habe, lag im sechsstelligen Bereich. Da ging es um den KZ-Arzt Aribert Heim.

Können auch Privatpersonen eine Belohnung aussetzen?

 
Ja. Das gibt es auch hin und wieder. Hat mit uns dann aber nichts zu tun und läuft alles privat.

[Foto: Carolin Buchheim]

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