Wie entsteht eine Allergie?

Veit Blümlhuber

Veit ist Allergiker. Viele Nahrungsmittel verträgt er nicht. Getreide, Laktose, Gemüse, Obst, alles nicht so einfach. Veit glaubt, dass die Ursache für dieses Leiden in seinem Darm liegt. Das meint zumindest sein Heilpraktiker. Ein persönlicher Ratgeber.



Das Leben als Einschränkung

Restaurantbesuch. Stundenlang steht der Allergiker vor der Speisekarte am Eingang, während dem Mitmensch der Magen grummelt. Dann sagt der Allergiker: „Hier kann ich nichts essen. Überall Weizen, Milchprodukte oder Nüsse drin.“ Und ein unpaniertes Schnitzel mit Pommes kommt auch nicht in Frage. Viel zu fettig, viel zu ungesund.

Im Supermarkt. An der Wursttheke provoziert der Allergiker Einkaufswagenstau. Es braucht seine Zeit, bis ihm die Fleischwarenfachverkäuferin sämtliche Inhaltsstoffe der Weiß-, Gelb- und Bratwurst aus dem Schnellhefter vorgelesen hat.

Diese Situation kommt aber selten vor, denn der Allergiker kauft vor allem in Bioläden und Reformhäusern. Er verbringt Stunden damit, die Zutatenlisten von Lebensmitteln zu studieren, verstopft Apotheken und Warteräume in den Arztpraxen.



Fehldiagnosen

Allergiker. Es werden immer mehr. Viele Allergien bleiben jahrelang unerkannt. Am einfachsten haben es noch diejenigen, deren Haut mit Juckreiz, Rötung und/oder sonstigen Verfärbungen reagiert. Schwieriger einzuordnen sind Symptome wie verstopfte Nebenhöhlen, laufende Nase, Müdigkeit, Gereiztheit. Der HNO-Arzt stellt chronische Sinusitis (Nebenhöhlenentzündung) fest, verschreibt Antibiotka. Besser wird es trotzdem nicht.

Viele Allergiker reagieren über die Schleimhäute. Zu den Schleimhäuten zählen der Nasen-, Hals-, und Rachenraum, übrigens auch der Genitalbereich. Die wichtigste Schleimhaut ist der Darm. Wenn der krank wird, kann das weitreichende Folgen nach sich ziehen: Nahrungsmittelunverträglichkeiten gegen Milchprodukte, Getreide, Nüsse, Obst, Gemüse, aber auch Allergien gegen Pollen, Metalle oder chemische Stoffe (Tenside, Farbstoffe etc).



Der Auslöser steckt oft im Darm

Die Oberfläche des Darms ist so groß wie ein Fußballfeld. Schlechte Ernährung durch säuernde Nahrungsmittel (Weizenmehlprodukte, Fleisch) oder übermäßiger Alkoholgenuss reizen die Darmschleimhaut. Bei Stress wird der Nahrungsbrei nicht richtig verdaut und gärt vor sich hin. Gärschlacken greifen die Darmschleimhaut an. Diese wird mit der Zeit porös.

Allergien entstehen, wenn die Darmschleimhaut als Barriere zwischen Nahrungsbrei und Körper löchrig wird. Der Nahrungsbrei kommt mit dem Blutkreislauf in Kontakt. Das Immunsystem erkennt die Fremdkörper und bildet Antikörper. Das Immunsystem gerät aus dem Gleichgewicht, sieht Nahrungsmittel als Fremdkörper an.

Schlechte Verdauung, Durchfall, Gereiztheit und Müdigkeit sind die Folgen. Schlimmstenfalls kommt es zu schockartigen Reaktionen. Schleimhäute in Hals und Rachen schwellen schlagartig an, den Betroffenen droht der Tod durch Ersticken. Schockallergiker müssen sofort mit Antihistaminika behandelt werden.



Angegriffene Schleimhäute

Was aber hat dies mit Pollen- oder Gräserallergien zu tun? Die entstehen ja nicht im Darm. Der Darm ist aber an deren Entstehung beteiligt. Ist er aus dem Gleichgewicht und somit das Immunsystem geschwächt, reagieren sofort alle anderen Schleimhäute und auch die Haut bedeutend empfindlicher auf Umweltreize. Allergien können somit auch an anderer Stelle entstehen und nicht nur im Darm. Die verschiedenen Schleimhäute unseres Körpers sind keine voneinander getrennten Systeme.

Therapiemöglichkeiten

Allergien sind heilbar. Aber die Heilung dauert oft Jahre.

Wie sieht eine erfolgreiche Therapie aus? Von vielen Ärzten wird eine Desensibilisierung empfohlen. Das heißt: eine stufenweise Reduzierung der Reaktion des Immunsystems auf bestimmte Stoffe. Dies funktioniert oft nur in leichten Fällen. Problematisch ist hierbei, dass das zugrunde liegende Problem, der kranke Darm nicht behandelt wird.

Am effizientesten ist eine Therapieform, die einerseits das Immunsystem stärkt (Autovaccine), die gereizten Schleimhäute beruhigt  (naturheilkundliche Arzneimittel), den Darm von giftigen Schlacken befreit (Colon-Hydro-Therapie) und die Darmflora regeneriert (Darmbakterien). Akupunktur und Meditation stabilisieren den Allgemeinzustand und helfen, den Alltag stressfrei zu bewältigen. Dies wirkt sich positiv auf die Verdauung aus und beugt Allergien vor. Mir konnte ein Heilpraktiker helfen.