Wie eine Freiburger Tanzgruppe mit ihrem Theaterstück die Menschheit wachrütteln will

Vanja Tadic

Die Tanzgruppe SOLD möchte auf die Machtlosigkeit der Welt aufmerksam machen. Diese Woche präsentiert sie ihr Stück "Der Sog" im Theater Freiburg. Warum und wie sie die Machtlosigkeit im Tanz zeigen:



Eine Tänzerin bewegt sich grazil auf die Musik, wirft sich auf den Boden - andere Gestalten stehen auf der Bühne und kratzen sich. Viele werden wie Puppen über die Bühne getragen. Ihre Kostüme sind bunt und lustig, sie sehen aus wie Zirkusleute, doch ihre Blicke sind leer.

Impulse spielen eine große Rolle, die Übertragung von einem Tänzer auf den anderen wird durch Körperkontakt und Ausdruck verdeutlicht. Das Gefühl von Machtlosigkeit zeigt sich, als die Masse eine Tänzerin verschluckt. Der Sturm verweht den Engel der Geschichte und die drastischen Ereignisse folgen.

Ankämpfen gegen die Katastrophe

„Der Sog“ wird diese Woche im Kleinen Theater des Stadttheaters aufgeführt. Graham Smith hat mit seinen Tänzern innerhalb von zehn Tagen ein Stück auf die Beine gestellt, das dem Zuschauer Albträume machen soll, ihn tief treffen soll, sodass er die Sinnlosigkeit und Ausweglosigkeit der Menschheit erkennt und etwas gegen die kommende Katastrophe zu tun.

Das Gemeinsame sei Smith sehr wichtig, wichtiger noch als ein schöner Tanz oder Synchronität. Viele Teilnehmer haben vor Grahams School of Life and Dance noch nie getanzt, es sind alle Altersklasse vertreten, doch sie überzeugen nicht durch Perfektion, sondern durch Natürlichkeit und Ehrlichkeit.

Die Musiker Bo Wiget und Margareth Kammerer begleiten das Stück mit eigens komponierten Stücken. Die beeindruckenden und schockierenden Masken der Kinder hat wie auch die Kostüme Viva Schudt kreiert.

Mehr dazu:

Was: Der Sog - Tanztheater
Wann: Donnerstag, 26. Mai 2016 bis Sonntag, 29. Mai 2016, jeweils 19 Uhr
Wo: Kleines Haus, Bertoldstraße 46, 79098 Freiburg [Foto: Vanja Tadic]