Soul Connections

Wie eine 33-jährige Freiburgerin jungen Frauen durch Spiritualität helfen will

Gina Kutkat

Maria-Lioba Friederici hat nach einer depressiven Phase ihr Leben umgekrempelt. Ihre Erfahrungen möchte sie nun an andere junge Frauen weitergeben. Sie hat dafür drei Bücher geschrieben und die Plattform "Soul Connections" gegründet.

Maria-Lioba Friederici hat einen Lieblingstrick: Immer, wenn sie sich entspannen will, geht sie in die Natur. Raus ins Grüne, rein in den Wald. "Manchmal lehne ich mich an einen Baum oder schaue hoch, dann bin ich mir selbst wieder näher", sagt die 33-Jährige. Die Verbindung zu sich selbst und zur Natur suchen – das möchte die Freiburgerin auch anderen Frauen beibringen.


Deshalb hat sie die Plattform "Soul Connections" ins Leben gerufen. "Ich möchte junge Frauen für moderne Spiritualität begeistern", sagt Maria-Lioba. "Ich verstehe Spiritualität nicht als Esoterik. Für mich bedeutet es ’Mensch sein’ und auf die Stimme meines Herzens zu hören." Um anderen Menschen dabei zu helfen, hat sie drei Bücher herausgebracht, die sie "Workbooks" nennt. "Hallo Lebensfreude", "Hallo Wunder" und "Hallo Klarheit" sind Schritt-für-Schrittanleitungen im Kompaktformat.

"Ich verstehe Spiritualität nicht als Esoterik. Für mich bedeutet es Mensch sein und auf die Stimme seines Herzens zu hören."

Grundlage für die Bücher bildet einerseits das Wissen, das sie in ihrer beruflichen Vergangenheit sammelte: Sie ist Sozialarbeiterin, Gesundheitsförderin, ausgebildeter systemischer Coach und hat eine Zusatzqualifikation im Naturcoaching. Aber auch ihre persönliche Geschichte fließt mit ein. Im Jahr 2014 landet Maria-Lioba nach vielen kräftezehrenden Monaten und stressigen Schichten als Sozialarbeiterin in einem Burnout. Diese depressive Phase soll für die junge Frau alles ändern.

"Es war gleichzeitig die beste und schlimmste Zeit in meinem Leben", sagt sie heute. Maria-Lioba verbringt acht Wochen in einer Klinik und lernt wieder innezuhalten, achtsam zu sein – und sich Zeit für sich selbst zu nehmen. "Davor war ich in einem Hamsterrad gefangen. Ich habe mich mit anderen verglichen und nur noch funktioniert." Sie fängt an, ihr Leben umzukrempeln: Kündigt ihren Job, zieht nach Freiburg und macht sich selbstständig.
3 Tipps von Maria-Lioba Friederici, um seinen Zielen näher zu kommen:

1. "Me-Time": Einmal pro Woche eine Stunde Zeit für sich selbst nehmen. Am besten im Kalender markieren und in dieser Zeit etwas tun, was einem guttut.

2. "Energie-Tankstelle": Überlegen, was man lange nicht mehr gemacht hat, was einem früher aber viel Freude bereitet hat – und das dann wieder ausprobieren. Zum Beispiel: Reiten, Malen, Kochen.

3. "Die Umfeld-Probe": "Du bist die Summe der fünf Menschen, mit denen Du dich umgibst", sagt Maria-Lioba. Genau hinschauen und überprüfen, wer einem gute oder vielleicht auch schlechte Energie liefert, kann helfen.

Aufs Schreiben ist sie dann gekommen, weil sie ihrer Mutter für deren Rente ein Visionsbuch schenken wollte, aber nicht fündig wurde. Also setzte sie sich im September 2018 selbst hin: "Es sprudelte nur so aus mir heraus. Ich hatte bis dahin schon soviel Wissen und Erfahrung gesammelt, das ich gerne weitergeben möchte."

Auf 35 Seiten stellt Friederici in den drei Büchern ihren Leserinnen Fragen, gibt Anregungen und hält kleine Aufgaben bereit. Wie zum Beispiel die Wunderfrage, bei der man sich überlegen soll, was man machen würde, wenn man von jeglichen Beziehungen und Verpflichtungen befreit wäre. Oder die Anleitung zum Basteln eines Vision-Boards oder zum Schreiben eines Liebesbriefs an sich selbst. "Es ist der niederschwellige Einstieg in die Persönlichkeitsentwicklung", sagt Maria-Lioba, die ihre Bücher bislang über Amazon vertreibt. "Für all diejenigen, die ihre Situation verändern möchten, aber nicht wissen, wie."

Frauen einen Anschub geben

Sie hat sich mit jungen Frauen zwischen 25 und 34 unterhalten und festgestellt, dass es vielen so geht: "Sie haben einen anstrengenden Job, keine Zeit und Energie und wissen nicht, was sie im Leben wollen", so Maria-Lioba. Diesen Frauen möchte sie gerne einen Anschub geben, auch wenn ihr bewusst ist, dass es sich dabei um Luxusprobleme handelt. "Wer etwas ändern möchte, muss etwas tun und selbst Verantwortung übernehmen."

Dass sie mit ihren spirituellen Themen auch auf Kritiker stoßen wird, ist Maria-Lioba bewusst. Sie hat nicht den Anspruch, dass Soul Connections jedem gefällt. "Es wird immer Menschen geben, denen es nicht passt oder denen es egal ist." Und wen es interessiert, dem hilft sie, den Weg zu sich selbst zu finden. Oder erst einmal den Weg in die Natur.
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