Wie Du trotz Handyticket zum Schwarzfahrer werden kannst

Franziska Brandsch

Einen Fahrschein per Handy kaufen – das ist auch bei der Freiburger VAG möglich. Doch aufgepasst: Wer mit dem Handyticket Bahn fährt, muss die 2-Minuten-Regel einhalten. Fudder hat beim Pressesprecher der VAG nachgefragt, wie das funktioniert.

Die Bahn fährt gleich und am Automaten ist eine lange Schlange? Handytickets sollen einen einfacheren und schnelleren Erwerb von Fahrkarten ohne Bargeld ermöglichen, und das ganz simpel mit dem eigenen Smartphone. Das klingt erst mal nach einem großen Fortschritt. Doch ein Fall aus Berlin, bei dem der kurzfristige Erwerb zum Verhängnis wurde, geht derzeit durch die Medien.


Der Grund hierfür ist die Zwei-Minuten-Regel bei Handytickets der Berliner S-Bahn: Ein mobiler Fahrschein ist demnach nur gültig, wenn er zwei Minuten vor Fahrtantritt gekauft wurde. Eingeführt wurde diese Regel, um Fahrgäste daran zu hindern, erst auf den Kaufen-Button in der App zu drücken, wenn eine Fahrscheinkontrolle bevorsteht.



Der Bild-Redakteur Jakob Wais kaufte sein Ticket eine Minute vor Abfahrt der Bahn und wurde bei einer Kontrolle kurz darauf zu einem Bußgeld von 60 Euro verdonnert – und das trotz gekauftem Fahrscheins. Mittlerweile erließ ihm die Bahn aus Kulanz die Strafe. Modern und praktisch sollen die mobilen Tickets eigentlich sein, doch sie verursachen dennoch immer wieder Diskussionen.

Schnell in die Bahn springen und dabei ein Ticket lösen geht hier also nicht. Wie sieht es in Freiburg aus? Bei der VAG gibt es so einen Countdown ebenfalls, erklärt Andreas Hildebrandt, Pressesprecher der VAG. Hier sind es allerdings keine zwei Minuten, sondern nur eine Minute und 50 Sekunden. Der Countdown ist nach Erwerb eines mobilen Fahrscheins durch ein optisches Zeichen angegeben und auch für den Fahrgast sichtbar gekennzeichnet.

Countdown wird nur berücksichtigt, wenn der Fahrschein nach Fahrantritt gekauft wurde

Andreas Hildebrandt erklärt aber, dass ein Handyticket dann gültig ist, wenn es vor dem Zustieg in die Bahn gekauft wurde. Demnach wird der Countdown nur in Fällen berücksichtigt, wenn ein Fahrgast bei einer Kontrolle offensichtlich seinen Fahrschein nach dem Fahrtantritt gekauft hat und der Verdacht auf sogenannten Kauf-Fahrern besteht.

"Generell wird das mobile Fahrkartensystem in Freiburg und Umgebung sehr gut angenommen", sagt Hildebrandt. Die VAG-App wurde bereits rund 260.000 Mal heruntergeladen. In den letzten eineinhalb Jahren habe sich sowohl der Verkauf als auch der Umsatz verdoppelt.

"Generell wird das mobile Fahrkartensystem in Freiburg und Umgebung sehr gut angenommen." Andreas Hildebrandt.
Das bedeutet, ein Handyticket ist zwar insofern praktischer, dass man nicht am Automaten anstehen muss, aber man muss es definitiv vor dem Zustieg ins Fahrzeug kaufen. Also nichts mit in die Bahn springen und das praktische Handyticket lösen. Wer also vor der Abfahrt keine Zeit mehr hat, einen Fahrschein zu kaufen, muss sein Ticket ganz altmodisch am Automaten in der Bahn lösen – oder die nächste Bahn nehmen.

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