Wie du dich auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt vor Taschendieben schützt

Felix Held

Kurz nicht aufgepasst und schon ist der Geldbeutel weg - wer diesen Schreck vermeiden will, sollte auch auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt aufpassen. Wir haben Polizisten auf dem Markt begleitet - wie man sich vor Taschendieben schützen kann:



Adventszeit ist auch Diebstahlzeit. Die Zahl der Taschendiebstähle steigt in der Zeit von vollen Weihnachtsmärkten und Einkaufspassagen auch in Freiburg regelmäßig an. Seit Eröffnung des Weihnachtsmarktes in Freiburg Ende November hat die Polizei bereits knapp 30 Diebstähle gezählt. Um den Tätern das Leben schwer zu machen, zeigen die Beamten deswegen verstärkt Präsenz auf dem Weihnachtsmarkt.


Unachtsamkeit wird bestraft

„Darf ich sie kurz auf etwas hinweisen?“, Kommissar Heiko Steimle spricht die ältere Dame höflich an. Die ist zunächst verdutzt, schließlich rechnet man beim Einkaufsbummel auf dem Weihnachtsmarkt nicht damit, von der Polizei angesprochen zu werden. Doch als Steimle erklärt, um was es geht, ist Elfriede Rastetter erleichtert. „Sehen Sie, wie leicht der Reißverschluss an ihrem Rucksack aufgeht“, fragt der Kommissar vom Bezirksdienst des Reviers Freiburg-Nord.



Die Weihnachtsmarktbesucherin aus Rastatt hatte ihren kleinen Rucksack nämlich einfach auf dem Rücken getragen – und ihr Portemonnaie zuoberst verstau - gleich unter dem Reißverschluss. Der Kommissar hatte die Kundin beim Einkauf an einem Stand unbemerkt beobachtet und wusste so genau, wo sich der Geldbeutel der arglosen Touristin befand. Wäre er kein wohlwollender Polizist, sondern ein Taschendieb auf Beutezug gewesen, wäre das Paar Pantoffeln, dass die Karlsruherin kaufte, ungewollt besonders teuer geworden. „Das passiert mir nicht mehr“, versichert sie und verspricht: „Ab jetzt trage ich meinen Rucksack vorne.“

Rucksack vorne tragen

„Wenn wir die Leute darauf Aufmerksam machen, wie sie sich vor den Dieben schützen können, erspart uns das Arbeit und den Leuten eine böse Überraschung“, sagt Kommissar Steimle. An diesem Nachmittag haben er und sein Kollege Jörg Laub indes recht wenig zu bemängeln. Die meisten Frauen tragen ihre Handtaschen und Rucksäcke auf der Vorderseite des Körpers. Die meisten Taschen sind verschlossen. Vielleicht liegt das an den zahlreichen Hinweisschildern, die an den Weihnachtsmarktbuden vor Taschendieben warnen.



„Frauen werden öfter Opfer von Taschendieben als Männer“, weiß Steimle. Das habe wohl mehrere Gründe. Einer sei, dass es für Diebe leichter sei, etwas aus einer Handtasche zu klauen als aus einer Hosen- oder Jackentasche. Er und seine Kollegen raten deswegen dazu, Wertsachen eng am Körper zu tragen. Am besten auch nicht in der hinteren Hosentasche.

Diebe arbeiten oft im Team

„Oft arbeiten die Diebe zusammen. Wenn sie von hinten einer anrempelt und ihnen die Geldbörse klaut, hat er sie schon weitergegeben, bis sie sich umdrehen“, warnt Steimle. Meist brauche es keine Meisterdiebe, um auf dem Weihnachtsmarkt Beute zu machen, sagt Jörg Laub und deutet auf eine junge Frau. Sie hat ihren auffälligen Geldbeutel mit Tigermuster zuoberst auf ihrer Handtasche platziert. Der Reißverschluss ist offen und sie trägt die Tasche unachtsam auf dem Rücken. „Wenn ich gewollt hätte, hätte ich die ohne Probleme nehmen können. Dabei bin ich nicht mal besonders geschickt“, sagt Jörg Laub. Er macht die Frau auf die Gefahr aufmerksam und sie verstaut ihre Börse sofort sicherer.



Das Aufpassen lohnt sich. Haben die Diebe erst mal zugeschlagen, sind die Chancen, dass sie geschnappt werden, sehr gering. Laut Polizei lag die Aufklärungsquote von Taschendiebstählen im Jahr 2013 bei mickrigen 5,7 Prozent. Das Problem ist dabei oft, dass die Opfer nicht gleich merken, dass sie bestohlen wurden. Fällt der Diebstahl auf, sind die Täter oft schon über alle Berge. Einen Dieb im Nachhinein zu überführen, ist für die Polizisten fast unmöglich. „Die meisten wollen nur das Bargeld. Das nehmen sie raus und schmeißen den Rest weg“, sagt Reimle. Deswegen sei es fast unmöglich, nachträglich die Täter mit der Tat in Verbindung zu bringen. „Manchmal wird auch Geld abgehoben, weil die Leute nicht nur die Kreditkarte, sondern auch gleich noch die PIN dazu im Geldbeutel haben“, erzählt der Kommissar. Oft helfe also schon ein klein wenig Aufmerksamkeit, um den Dieben die Tour zu vermasseln.  

Öffnungszeiten Freiburger Weihnachtsmarkt


Montag bis Samstag
10 bis 20:30 Uhr

Sonntag
11:30 bis 19:30 Uhr

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[Fotos: Thomas Kunz]