Wie der Freiburg-Cup zu den Vereinten Nationen kam

Lynn Sigel

Der Erfolg des Freiburg-Cup ist noch verhalten, doch einen großen Auftritt hatte er schon. Eine Teilnehmerin der National Model United Nations hat den Pfandbecher in der Halle der Vereinten Nationen in New York vorgestellt.

New York, United Nations Headquarters. Die Ränge in der Halle der Generalversammlung der Vereinten Nationen sind voll besetzt. Eine junge Frau betritt die Bühne. Im Publikum ist es still, alle Augen sind auf das Rednerpult gerichtet, an dem normalerweise hochrangige Diplomaten und Regierungschefs sprechen. "Do you like Coffee?", fragt die Vertreterin Russlands, Lia Boldt, mehr rhetorisch als ernsthaft gemeint, in den Raum und erklärt in kurzen Sätzen die Problematik der Müllverschmutzung durch Einwegbecher. Dann reckt sie den Freiburg-Cup in die Höhe: "Here’s a solution from my city!".


Der Freiburg-Cup im United Nations Headquarters

Lia Boldt ist Teilnehmerin bei National Model United Nations, einer internationalen Simulation der Vereinten Nationen mit 2500 Teilnehmenden aus 120 Staaten, die jährlich im März stattfindet. Als Stipendiatin der Stiftung der Deutschen Wirtschaft vertritt sie mit einer Gruppe aus weiteren Stipendiaten die Russische Föderation bei dem Planspiel. Auch eine Delegation der Universität Freiburg ist vertreten. Die Simulation findet in einem Hotelkomplex auf Manhattan statt, aber die Veranstaltung mit den kurzen Redebeiträge am Montag vergangener Woche werden in der prominenten Halle der Generalversammlung abgehalten.

Pro Delegation darf an jenem Montag in den Hallen der echten Generalversammlung eine Person sprechen. Lia Boldt wurde für ihre Gruppe ausgewählt. Die 23-Jährige, die normalerweise an der Pädagogischen Hochschule Mathematik und Englisch auf Lehramt studiert, wollte jedoch keine allgemeine Rede zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen halten. "Ich wollte mit einer Idee vortreten, die man direkt umsetzen kann."

"Ich habe den Freiburg-Cup gesehen und gedacht, das müsste viel weiter verbreitet werden." Lia Boldt

Während andere Delegierte vor allem zu Ziel fünf, der "Gleichstellung der Geschlechter", und zu Ziel 13 "Maßnahmen gegen den Klimawandel" sprachen, verzichtete Lia Boldt auf ausschweifende Formulierungen und präsentierte stattdessen das Freiburger Mehrwegsystem. "Das ist eine einfache Lösung aus meiner Stadt. Würde dieses System global umgesetzt werden, wären wir deutlich näher an Ziel 12, der Etablierung von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern."

Fridays for Future und der Freiburg-Cup

Die Idee zu ihrer Rede kam ihr am Weltklimastreik auf der Freiburger Fridays-for-Future-Demo am 15. März. "Ich habe den Freiburg-Cup gesehen und gedacht, das müsste viel weiter verbreitet werden. Vor so vielen Leuten aus der ganzen Welt zu sprechen, die es dann in ihre Länder weitertragen, ist eine tolle Chance. Und dann habe ich einen in den Koffer gepackt".

Lias Rede ist im Video ab Minute 26 zu sehen:



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