Wie das Studierendenwerk Eltern im Studium unterstützen will

Hannah Fedricks Zelaya

Das Studierendenwerk Freiburg bietet Studierenden mit Kindern eine Vielzahl von praktischen Hilfen. Im fudder-Interview erklärt Renate Heyberger, Pressesprecherin des Studierendenwerks, die Angebote.

Frau Heyberger, hat sich die Situation für studierende Eltern in Freiburg in den letzten Jahren verbessert?

Renate Heyberger: Bei uns im Studierendenwerk gab es schon immer gute Angebote für Eltern. Was sich jedoch unabhängig davon gebessert hat, ist, dass sie jetzt einen Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz auch für unter Dreijährige haben. Wir waren sehr lange die einzigen, die in Freiburg die Betreuung für unter Dreijährige angeboten haben. Das war in den 60er Jahren noch eine außergewöhnliche Angelegenheit. Eltern, die ihre Kinder zu uns gebracht haben, wurden als Rabeneltern beschimpft. Da hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan, heutzutage gibt es wenige, die sagen, dass es den Kindern nicht gut tut in der Betreuung mit Ihresgleichen zu spielen. Natürlich gibt es jetzt auch eine viel höhere Zahl an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige.


Wie viele Krippenplätze hat das Studierendenwerk?
Heyberger: Wir haben zwei eigene Kinderkrippen, die Kita "Kleine Knöpfe" und die Kita "Pusteblume" plus eine Beleggruppe in der Kita Wolkengarten. Insgesamt sind das 110 Plätze.

Welche weiteren Angebote bietet das Studierendenwerk an?
Heyberger: Das Wichtigste ist sicher die Sozialberatung, die wir anbieten. Dort werden wichtige Fragen geklärt, gerade zur Betreuung und Finanzierung. Es gibt auch eine psychotherapeutische Beratung und eine Beratung bei Erziehungsfragen. Das Studierendenwerk hat Familienwohnungen und Wohnungen für Alleinerziehende. Außerdem essen Kinder von Studierenden unter zehn Jahren in allen Uni-Mensen kostenlos. In den Mensen Rempartstraße und Institutsviertel gibt es außerdem eigene Kinderbereiche. Zusätzlich betreiben wir eine Babysitterbörse.

Wie sieht die tägliche Arbeit eines Sozialberaters aus?
Heyberger: Da gibt es zwei Themenblöcke. Zum einen die direkte Beratung von Studierenden, insbesondere Beratung von Studierenden mit Kind, internationalen Studierenden und Beratung von Studierenden mit Behinderung. Und es gibt organisatorische Aufgaben, wie die Belegung der Kinderkrippen, Ansprechpartner für die Leitungen der Kinderkrippen, Kontaktpflege zu anderen Beratungsstellen, Organisation von Infoveranstaltungen.


Renate Heyberger, 62, ist stellvertretende Leiterin und Leiterin der Pressestelle des Studierendenwerks Freiburg.


Im stressigen Uni-Alltag sind es schon kleine Dinge, die für studierende Eltern einen großen Unterschied machen können.
  • Eltern-Kind-Zonen Im Kollegiengebäude IV (KG IV) hat die Uni ein Eltern-Kind-Zimmer eingerichtet. Neben Möglichkeiten zum Stillen und Wickeln soll der kleine Raum studierenden Eltern auch die Möglichkeit bieten, sich für einen Moment vom Vorlesungsstress zu erholen und mit ihren Kindern zu spielen oder sich in Ruhe auf Vorlesungen vorzubereiten, während die Kinder sich in der Spielecke vergnügen können. Es gibt eine Zutrittskontrolle für den Raum, die Unikarte fungiert als Türöffner. Immatrikulierte Eltern können sich auf der Website des Familienservices mit ihrer UB-Nummer registrieren. Auch in der neuen Uni-Bibliothek, im Lesesaal 1, gibt es einen Eltern-Kind-Raum mit Büchern für Kinder, mit denen sie sich beschäftigen können, während die Eltern büffeln.
  • Wickelplatzplan Auf der Website der Uni Freiburg gibt es einen Plan, auf dem alle Wickel- und Stillmöglichkeiten auf dem Unigelände eingetragen sind: http://fudr.fr/wickeltische
  • Mensaessen für die Minis Bis zum Alter von zehn Jahren essen Kinder von Studierenden umsonst in allen Freiburger Mensen. Zum Essen der Eltern bekommen sie einen kostenlosen Kinderteller. Alle Mensen sind mit Kinderhochstühlen ausgestattet. Außerdem gibt es in den Mensen Rempartstraße und Institutsviertel Kinderbereiche mit Möglichkeiten zum Ausruhen und Spielen.
  • Wohnungen in der Stusie Für studentische Familien bietet das Studierendenwerk in der Studentensiedlung am Seepark gesonderten Wohnraum an: 54 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen sowie zehn Mutter-Kind-Wohnungen.