Wie das Studierendenwerk auf die Resteesser aus der Freiburger Mensa reagiert

Marius Buhl

Auf fudder berichteten wir vergangene Woche über Freiburgs Bänderer - Studierende, die das essen, was ihre Kollegen aufs Abfallband stellen. Rechtlich gesehen ist das Diebstahl - gegenüber der Mensa. Dort zögerte man lange mit einem Statement. Nun reagiert Renate Heyberger vom Studierendenwerk:



Frau Heyberger, in der Mensa essen täglich bis zu 40 Studierende die Reste ihrer Kollegen vom Abfallband. Rechtlich gesehen ist das Diebstahl. Wie wollen Sie reagieren?

Heyberger: Wir haben uns entschieden, die Bänderer zu dulden - werden die Szene aber weiter beobachten. Wenn es zu einer Massenbewegung wird, müssen wir unsere Entscheidung neu überdenken. Im Sommer wollen wir uns aber auch mal selbst ans Band stellen - und mit Strichliste zählen, wie viel Essen tatsächlich zurückgeht.   

Woher kommt diese Bänderer-Bewegung?

Wir glauben nicht, dass es um Geld geht, eher um ein politisches Statement. Und das akzeptieren wir. Auch wir finden es schlecht, wenn Essen weggeworfen wird. im Sommer wollen mit einer Kampagne auch nochmal extra darauf hinweisen, das Essen leer zu essen - oder eben direkt die kleinere Portion zu wählen.

Viele Bänderer fordern, die kleinere Portion müsse auch weniger kosten.

Das Essen in der Mensa kostet 2,65 Euro. Wenn man mal wirklich knapp bei Kasse ist, gibt es einen “Schnellen Teller” für 1,65. Und kostenlos Nachschlag gibt es auch, da sind wir glaube ich die einzige Mensa Deutschlands.

Aber abgesehen davon: Würden wir die kleinere Portion ein paar Cent billiger machen, müssten wir die Portionen genau kalibrieren, damit es gerecht zugeht. Diese Zeit haben wir nicht - das weiß jeder, der einmal in einer Rush Hour bei uns war.

Wieviel Essen wirft die Mensa denn weg?

Sie werden überrascht sein, wie wenig das ist. Zu dem, was die Studenten übrig lasse, kommen ja noch die Küchenabfälle. Am Ende des Tages schreddern und dehydrieren wir das. Übrig bleiben zwei bis drei handelsübliche Mülltonnen voll.

Zur Person



Renate Heyberger (61) ist stellvertretende Geschäfsführerin des Studierendenwerks Freiburg. Dort ist sie unter anderem zuständig für Soziales und Pressearbeit.

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[Foto 1: Ines Tondar, Foto 2: Thomas Kunz]