wgfinden.de: Ein Verkupplungsdienst für Wohngemeinschaften

Jana Martens

Ein Zimmer in einer WG? Schwierig zu finden. Eine harmonische WG? Noch viel schwieriger. Diesem Problem hat sich der Psychologiestudent Benjamin Pause angenommen: zusammen mit einem Mitstreiter hat er wgfinden.de gegründet, eine Online-Plattform, die WG-Suchende zueinander bringen willl. Das Besondere daran: Die Interessen werden zuvor abgeglichen. Das Konzept gleicht einer Partnerbörse - nur eben für WGs.

„Oft macht man sich viel Mühe mit einem großen WG-Casting und merkt dann, dass der Wunschkandidat doch nicht mit der WG harmoniert“, sagt Benjamin Pause. „Daher  wollten wir eine Möglichkeit schaffen, vorab schon die wichtigsten Einstellungen zum WG Leben abzuchecken.“ Mit seinem Kumpel Blasius Posset, der Soziologie studiert, hat er zwei Jahre an der Idee gearbeitet. 500 Wohngemeinschaften haben sie befragt, um die Auswahlkriterien einzuschränken.


Das Portal funktioniert ganz einfach:

Nach der kostenlosen Registrierung auf wgfinden.de füllt man einen Fragebogen aus, in dem man seine Einstellung zu den Themen Finanzen, kulturelles Interesse, Sauberkeit und Geselligkeit angibt.

Im zweiten Schritt hat man die Möglichkeit seine Interessen, mit denen der angebotenen WGs zu vergleichen. Man erhält Vorschläge für WGs, die gut zu einem passen könnten. Im letzten Schritt nimmt man Kontakt zu der WG auf. Die entscheidet dann, ob sie den Bewerber zur Besichtigung einlädt.

„Eine Garantie, für den perfekten Mitbewohner, gibt es natürlich nicht aber man spart sich dadurch zahlreiche, meist lästige WG-Castings“, sagt der Kieler Student. Seit April ist die Seite online und wird stetig verbessert.  „Wir befinden uns noch in der Testphase, sind aber total zufrieden wie das Projekt angelaufen ist“, sagt der 26-jährige. Das Feedback von den Nutzern sei bisher durchweg positiv.

Freiburger Studierende scheinen dem Verkupplungsdienst für Mitbewohner noch skeptisch gegenüber zu stehen - oder schlicht und einfach noch nicht davon gehört zu haben. Nur wenige regionale Angebote sind derzeit im Angebot von wgfinden registriert. Benjamin Pause sieht darin kein Problem: „Freiburg ist eine Studentenstadt! Wenn sich unsere Plattform erst in den Großstädten durchsetzt, dann ist es nur eine Frage der Zeit bis auch die Freiburger das Angebot nutzen.“

Werbung haben die Macher bislang kaum betrieben. Aus Zeit- und Kostengründen hatte das Studium Vorrang. Nun haben beide aber ihren Abschluss in der Tasche und wollen ordentlich die Werbetrommel rühren. „Im September gehen wir auf Campus-Tour und besuchen Universitäten in ganz Deutschland.“ Benjamin Pause glaubt an den Erfolg seiner Idee: „Das Projekt ist langfristig angelegt, da die Leute erstmal überzeugt werden müssen, dass es klappt.“ Im Herbst wollen die Beiden WG-Experten auch eine App auf den Markt bringen.

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