Werdet ihr die Studiengebühren boykottieren?

Helena Barop & Carolin Buchheim

Hat der Boykott der Studiengebühren Aussichten auf Erfolg? Diese Frage wird in diesen Tagen vielerorts an der Uni diskutiert. Helena und Caro haben Freiburger Studenten gefragt: Werdet ihr die Studiengebühren boykottieren?

Daniela (24), Deutsch/Italienisch (Magister und Staatsexamen) 8. Semester.

.„Da mach ich nicht mit. Ich bin fast fertig mit dem Studium und hab keine Lust, exmatrikuliert zu werden. Ich kann’s mir einfach nicht leisten, weil ich dann auch nicht mehr in meine Fächer reinkommen würde.“


Andreas (20), Geschichte / Englisch / Politik, Lehramt, 2. Semester.

„Am Anfang wollte ich eigentlich mitmachen. Aber ich bin Lehramtsstudent, und mir wurde gesagt, dass es vielleicht nicht so günstig ist, gerade wenn man später vielleicht für den Staat arbeitet. Mir ist das deshalb ein bisschen zu unsicher, ehrlich gesagt. Außerdem würden das meine Eltern bezahlen und ich wüsste jetzt auch nicht, ob das mein Vater unbedingt riskieren wollte. Es wird zwar gesagt, dass es absolut ungefährlich ist aber ich werde nicht mitmachen.“

Bastian (21), VWL, 3.Semester.

„Also ich find's theoretisch nicht schlecht, dass  Studiengebühren erhoben werden. Aber wie sie verwendet werden, sollen find ich nicht okay. Also ich werd am Boykott teilnehmen, und hoffen dass wenigstens 5500 Leute mitmachen. Es kann natürlich passieren, dass man exmatrikuliert wird. Aber bei VWL ist es nicht so schwer, noch mal irgendwo reinzukommen. Und dann geh ich das Risiko mal ein.“

Holger (20), Jura, 1.Semester.

„Ich stehe dem Gebührenboykott sehr positiv gegenüber und werde mich daran beteiligen. Ich bin zwar noch nicht ganz informiert, wie das dann wirklich im Einzelnen abläuft. Aber ich denke, es wird noch Infoveranstaltungen geben. Natürlich besteht die Sorge, exmatrikuliert zu werden, aber man kann ja immer noch aussteigen. Jetzt muss man sich natürlich erstmal genauer informieren und muss schauen, wie viele Leute mitmachen. Riskant wird’s dann erst, wenn die zweite Mahnung eintrifft. Denn dann kann man erst exmatrikuliert werden.“

Jennifer (20), Jennifer (22), Chemie (Diplom), 3. Semester.

JD: Find ich gut, mach ich mit.

JB: Also, ich find Studiengebühren sind an sich keine schlechte Sache, wenn sie richtig eingesetzt werden. Aber man müsste halt gucken, dass Studenten, die finanziell nicht so gut gepolstert sind, auch ne Chance haben.

JD: Ja, da müsste man eventuell was am Bafög machen, dass man vielleicht die Baföggrenze ein bisschen weiter runtersetzt oder so was.

JB: Ich mein, es gibt ja auch Studentenkredite, aber es ist halt immer schwierig, sich als Student schon so zu verschulden, und da gibt es sicher auch viele, die das dann davon abhält zu studieren. Das wär nicht so sinnvoll.

JD: Also wegen der Exmatrikulation: Ich geh das Risiko ein. Es ist ja relativ gering. Wenn nicht genug mitgemacht haben, wird das Geld eh automatisch überwiesen, und wenn genug mitmachen, dann guckt man halt, was man da machen kann. Die Uni kann nicht so viele rausschmeißen, das geht nicht. Das schadet ja der Uni mehr, als es ihr nützt.

JB: Bis jetzt sagen sie aber, dass es so viele Leute gibt, die auf 'nen Studienplatz warten, dass es ihnen egal ist, ob sie Leute exmatrikulieren müssen…

Richard (21), Auszubildender Rettungsassistent, 3. Wartesemester (Medizin):

„Naja, also das ist jetzt ein bisschen egoistisch, aber ich würde die Gebühren bezahlt kriegen, und deshalb finde ich es eigentlich gut, dass sie eingeführt werden, denn das erhöht meine Chancen auf einen Studienplatz.“

Berit, 23, studiert Antrophologie, Germanistik und Soziologie

"Ich finde die Idee mit dem Treuhandkonto gut, als Statement gegen Studiengebühren. Meine Studiengebühren werde ich aber trotzdem nicht darauf einzahlen; Mir ist das zu risikoreich. Ich habe gelesen, dass die Uni einen auch dann exmatrikuliert, wenn man das Geld auf das Treuhandkonto überwiesen hat, und das will ich nicht riskieren. Jetzt ist es einfach zu spät, noch etwas gegen die Studiengebühren zu unternehmen. Zum Glück bin ich in zwei Semestern fertig; Mir tun alle leid, die sich ihr ganzes Studium damit rumärgern müssen."