Wer steckt hinter den alternativen SC Freiburg-Aufklebern?

David Weigend

Woher stammen die FRxBG-Sticker, die das Straßenbild Freiburgs prägen und den SCF alternativ abfeiern? Erstmals spricht der FRxBG-Mastermind von der Fangruppe Corrillo über seine Bilder.



[Protokolliert von David Weigend. Der Künstler hinter FRxBG möchte aus rechtlichen Gründen anonym bleiben.]

"Angefangen habe ich mit meinen Bildern eigentlich aus Heimweh – im April 2012, als ich aus Freiburg wegzog. Mit FRxBG wollte ich die Entfernung kompensieren. Ich begann mit dem utopischen Ziel, jeden Tag eine Grafik in meinem Blog zu veröffentlichen. Was natürlich zeitlich gar nicht machbar ist. Zum einen veröffentliche ich selbstgemalte Bilder zu jedem Spieltag, zum anderen mache ich Grafiken zum SC und zu anderen Fußballthemen. Zur Zeit pendelt es sich bei drei bis sechs Grafiken im Monat ein.

Die einzelnen Grafiken sind in der Optik recht heterogen, da die Ursprungsidee für jedes Bild eine andere ist. Die Grundhaltung von FRxBG ist, neben den Grafiken mit SC-Bezug, klar gegen Nazis, Rassismus und Diskriminierung gerichtet.

Dass meine Werke als Teil der Ultrakultur wahrgenommen werden, ist mir mal mehr und mal weniger wichtig. Bis auf wenige Gruppen halte ich von der deutschen Ultrakultur nicht sehr viel. Aber natürlich freut es mich, wenn die Bilder von meinen Freunden und den Ultras anderer Vereine gefeiert werden. Dennoch glaube ich nicht, dass ich die deutsche Ultrakultur repräsentiere, nicht mal meine Gruppe in Freiburg.

Punk und Wassermalkasten

In der Regel bin ich bei jedem SC-Spiel dabei. Auch bei den Choreographien bastele ich mit, zum Beispiel bei der Dude-Choreo zum Saisonauftakt. Die FRxBG-Bilder entstehen jedoch eher gemütlich daheim. Dazu läuft optimalerweise schöner Punk – Bands wie Ton Steine Scherben, Pisse, Mülheim Asozial, Scheissediebullen, solche Sachen.

Für gemalte Spieltagsbilder reicht mir meist ein schwarzer Permanent-Marker, ein Bleistift und Wassermalfarbe. Für Grafiken benutze ich gern ausgeschnittene Fotos, selbstgemalte und eingescannte Farbspritzer und ähnliches. Eines meiner Bilder zeigt zum Beispiel Vincent Cassel, den Helden aus dem französischen Film La Haine von Matthieu Kassovitz.

Meine ersten Bilder entstanden vor acht Jahren in ganz einfachem Kleber-Design für die Freiburger Ultraszene. Beigebracht habe ich mir das selber, nach und nach. Ich bin wahrlich kein Profi bei diesen Grafik-Programmen und meine Arbeitsweise ist wahrscheinlich recht kompliziert, aber ich komme trotzdem meist zum gewünschten Ergebnis.

Für einen Spieltagsflyer brauche ich ungefähr 90 Minuten. Bei den Grafiken kommt es oft vor, dass ich meine Ursprungsidee verwerfe und etwas Neues anfange. Das kann dann auch mal länger dauern. Inzwischen gibt es auf meinem Blog über 570 Einträge."

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Fotos: privat

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