Wer schaut noch Tour de France?

Christian Deker

Bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt geht es nicht mehr um Sieger und Verlierer, sondern nur noch um Gedopte und "Saubere". Macht es da noch Spaß, die Übertragung im Fernsehen anzuschauen? Ist es noch spannend, wer als erstes den Berg oben ist? Wir haben uns in Freiburg auf der Straße umgehört.



Anna, 24

"Ich habe seit 1995 jede Tour intensiv verfolgt. Ich bin Mitglied der Radrenngruppe Freiburg und studiere Medizin. Von dem Haufen bin ich ziemlich enttäuscht und schaue deswegen gar keine Tour de France mehr.

Ich habe mir schon gedacht, dass gedopt wird, aber dass das so ein Ausmaß hat, hätte ich nicht gedacht. Und schon gar nicht, dass die Freiburger Sportmedizin da involviert ist."

Adrian, 24

"Ich schaue die Tour de France weiterhin an. Ich finde es super, wenn Stürze passieren und rauskommt, dass jemand gedopt ist. Lustig ist, dass die Fahrer das partout abstreiten – und wenn es gar nicht mehr anders geht, dann tut es ihnen plötzlich Leid."

Tobias, 20 "Ich schaue es auch weiterhin. Das Thema Doping fällt eigentlich nicht weiter auf. Wenn einer schlecht ist, sagt man: Der ist halt nicht gedopt.
Mich interessiert es auch gar nicht, ob die Fahrer gedopt sind. Ich sehe es als etwas Normales an, wenn die Radsportler dopen. In anderen Sportarten wird genauso gedopt."



Gabi, 24

"Ich habe noch nie die Tour im Fernsehen geschaut, weil ich es nicht so spannend finde. Man kann ja nie wissen, ob der Erste wirklich der Gewinner ist. Das finde ich nicht so gut."


Simon, 19

"Ich schaue weiterhin fast jede Etappe. Es ist eine abartige Sportart, wahnsinnig anstrengend. Wenn es in die Berge geht, aber auch sonst. Auch wenn sie gedopt sind, leisten sie extrem viel. Das würde ein normaler Mensch gar nicht schaffen. Und wahrscheinlich sind eh alle gedopt."

Jan, 25

"Doping setzt falsche Akzente und schafft falsche Vorbilder. Es führt zu unnatürlichen Ergebnissen. Und es setzt falsche Anreize. Die Ergebnisse sind jedenfalls nicht leistungsgerecht. Ich habe nicht so den Bezug zum Radsport, ich fahre nur in der Freizeit – und dann ungedopt."