Wer hat wofür bezahlt? Streit nach Passage46-Insolvenz

Joachim Röderer

Der Ex-Betreiber der Theaterpassage schimpft nach der Insolvenz der Passage46 auf Geschäftsführer Henrik Springmann und die Theaterleitung. Der Streit eskaliert: Wer hat monatlich wem wie viel Geld bezahlt - und wofür?



Im September 2014 hat im Theater im Durchgang zwischen Bertold- und Sedanstraße die Passage 46 als Nachfolgerin der Jackson Pollock Bar eröffnet. Die für die Gastronomie zuständige Passage 46 GmbH schlitterte jetzt nach nur neun Monaten Laufzeit in die Insolvenz. Diese Nachricht wiederum hat Ex-Betreiber Christian Matthiessen, den früheren Betreiber der Jackson-Pollock-Bar, auf den Plan gerufen.


Er hat an Gemeinderäte und Presse einen offenen Brief geschrieben, in dem er harsche Vorwürfe äußert. Sie zielen auf Matthiessens Nachfolger, den neuen Passagen-Betreiber und Galeristen Henrik Springmann und auf die Theaterleitung ab.

"Eine absolute Lüge"

Danach soll Henrik Springmann als Geschäftsführer der "Dachfirma" Theaterpassagen GmbH etwas mehr als 3.000 Euro als Monatsmiete an das Theater bezahlt haben. Unterpächter Wulf Piazolo, Geschäftsführer der Pleite gegangenen Gastro-GmbH Passage 46, habe monatlich 13.000 Euro zahlen müssen. Die Summe wird auch in Gastronomenkreisen kolportiert und von anderen Insidern als realistisch eingeschätzt. "Eine absolute Lüge", wehrt sich Henrik Springmann.

"Ich habe mit der Passage 46 bislang noch kein Geld verdient, sondern nur Geld gebracht." Wulf Piazolo will sich aktuell wegen des noch laufenden Verfahrens nicht äußern. Die viel gelobte Inneneinrichtung haben Piazolo und Springmann gemeinsam bezahlt – auch hier habe der weitaus größere Anteil, so sagen Insider, bei Piazolo gelegen.

Das Theater hat einen Vertrag mit der von Springmann geleiteten GmbH geschlossen und weiß nichts über das Binnenverhältnis der Pächter. Wie geht es nun weiter? Intendantin Barbara Mundel glaubt, dass nach der Insolvenz und dem ganzen Ärger auch die Zukunft von Betreiber Springmann "am seidenen Faden hängt". Der Galerist traut sich ein Weitermachen mit einem jungen kreativen Team zu. Er will aber künftig auch bei der Gastronomie mitreden.