Wer geht zu den SC-Frauen?

Anna-Lena Zehendner

Gestern hat die Frauenmannschaft des SC Freiburg das Spitzenspiel gegen den 1. FC Köln in letzter Minute mit 1:0 gewonnen und die Tabellenführung verteidigt. 600 Zuschauer haben das im Möslestadion gesehen. Aber: wer ist das überhaupt, der am Sonntagmorgen um 11 Uhr die SC-Frauen in der zweiten Liga anfeuert? Wir haben uns ein wenig umgeschaut.



Die Frauenmannschaft des SC Freiburg spielt bislang eine überragende Saison: neun Spiele, neun Siege, 35:1 Tore. Das einzige Gegentor fiel beim Auswärtsspiel in Hoffenheim, das die SC-Frauen mit 4:1 gewannen.


In der gestrigen Halbzeitpause (Zwischenstand 0:0) haben wir einige Zuschauer befragt, was den Zauber der Pilipovic-Damen ausmacht und wie regelmäßig sie zu den Spielen der SC Frauen kommen.



Judith Grober, 17 Jahre  

„Wenn ich nicht gerade selber Fußball spiele, dann schaue ich mir die Heimspiele immer an. Ich spiele beim VfR Merzhausen und habe nachher auch noch ein Spiel gegen Windenreute. Ich bin rechte Außenverteidigerin. Die Spielerinnen des SC sind diese Saison sehr stark. Das Dilemma: sie sind zu stark für die zweite Liga und zu schwach für die erste.“



Felix Germer, 25 Jahre (rechts)


„Ich bin heute zum ersten Mal und auch eher zufällig hier. Mein Vater hatte die Idee, da wir eine Radtour gemacht haben. Auf dem Weg von March hierher habe ich von ihm einiges über die Frauenmannschaft des SC erfahren. Hobbymäßig spiele ich selbst auch in der March Fußball.“ Bernhard Germer, 54 Jahre (links)   „Ich verfolge die Spiele der SC Damen hauptsächlich in der Zeitung, den Sportclub allgemein. Es ist auch für mich das erste Spiel, das ich live sehe. Einige der Spielerinnen sind technisch ganz gut. Es ist wirklich eine gute Mannschaft. Ich denke, dass es heute 3:1 ausgehen wird. Wir sind ja gekommen, um einen Sieg zu sehen. Jedoch hätte ich bei diesem Spitzenspiel wesentlich mehr Zuschauer erwartet.“

Kristin Zeiffer , 43 Jahre „Heute ist sehr viel los hier im Stadion. Zu den Heimspielen komme ich eigentlich immer. Vor der Saison gab es in der Mannschaft viele Abgänge. Sie ist also recht frisch und ich bin über die Leistung positiv überrascht. Das heutige Spiel ist mit Abstand das schwierigste der Saison. Das nächste Spiel gegen Duisburg wird für den SC wieder leichter werden.“

Vincent, 17 Jahre „Die Spielerin mit der Nummer 24, Anja Hegenauer, war vergangenes Jahr noch in meiner Klasse auf der Staudinger Schule. Zusammen mit meinen Freunden feuern wir sie heute an. Seit dieser Saison ist die Mannschaft viel besser. Es war eine gute Entscheidung, dass der alte Trainer, Edgar Beck, gegangen ist. Die anderen Mannschaften in der 2. Bundesliga sind einfach zu schlecht für den SC. Ich bin gespannt, wie das Spiel heute ausgeht. Beim nächsten Spiel gegen Duisburg gewinnt der SC wieder hoch. Ich tippe auf ein 5:0.“

Frank Boddenberg, 32 Jahre (rechts) „Ich bin absoluter Fan der Frauenmannschaft des 1. FC Köln. Wir fahren mit unserem Fanclub ‚Cologne Dynamics‘ zu jedem Spiel. Mit einem Sieg heute wären wir Tabellenführer. Das Spiel ist daher sehr wichtig. Bisher bin ich ganz zufrieden mit dem Verlauf. Allerdings pfeift der Schiedsrichter nur gegen Köln. Freiburg hat hier wohl den Bonus. Es steht zwar nach der ersten Halbzeit 0:0, aber in der zweiten Hälfte legt der FC immer noch einen drauf. Ich denke, dass das Spiel 2:0 für Köln ausgehen wird.“ Für Frank und die „Cologne Dynamics“ gab es kein Happy End. In der 93. Minute schoss Isabelle Meyer ein grandioses Freistoßtor: sie zirkelte den Ball rechts in den Torwinkel. Der Abpfiff folgte wenige Sekunden darauf und die Mädels des SC lagen sich in den Armen. Der Siegeszug des SC geht weiter. [Fotos: Patrick Seeger; Anna-Lena Zehendner] Mehr dazu: