Wenn Phantasien Wirklichkeit werden

Eva Hartmann

Vor einem knappen halben Jahr hegte Gewichtshalbiererin Eva noch Rennradphantasien und konnte nur davon träumen, endlich eine ganze Spinningstunde durchzuhalten. Was mittlerweile daraus geworden ist, erzählt sie in dieser neuen Blogfolge.



Erinnert ihr euch noch an die mikrobefaserten Rennradler, die ich im Frühjahr so sehr beneidete? Der Wunsch, irgendwann mal selbst im schicken Plastikdress durch die Landschaft heizen zu können, hat meine Motivation beflügelt und ich hab einen Großteil der letzten Monate damit verbracht, fleißig im Spinning darauf hin zu trainieren.


Stück für Stück habe ich mich an kleinen Zielen entlanggehangelt: Die ersten paar Stunden hielt ich noch nicht einmal komplett durch; nach dreißig, vierzig Minuten konnte ich nur noch röcheln wie ein asthmakranker Wal und musste aufgeben. Aber meine Kondition steigerte sich rasch, und seit ich die volle Stunde durchhalte, steigere ich von Mal zu Mal Widerstand und Frequenz - mittlerweile bin ich ganz gut dabei, denke ich.



Aus dem bloßen Wunsch, auch draußen regelmäßig Radtouren zu machen, ist mittlerweile ein konkreter Plan geworden: Ich werde mir ein Rad kaufen. Allerdings habe ich mich gegen ein Rennrad und für ein Mountainbike entschieden - ich will nicht immer nur auf Asphalt fahren, sondern auch mal durch unwegsameres Gelände. Für den Anfang wird es ein gebrauchtes, einfaches Mietbike eines Biketouren-Veranstalters werden - mehr gibt das Sparschwein leider nicht her.

Da ich ja außerdem auch immer gleich übertreiben muss, spiele ich mit dem Gedanken, nächsten Sommer an einer MTB-Alpenüberquerung teilzunehmen - ich hab zwar noch keine Ahnung, wie ich das finanzieren soll und ob Urlaub in Anbetracht des zu erwartenden Prüfungsstresses überhaupt drin sein wird. Aber es steht jedenfalls auf der Liste der zu erreichenden Ziele und der zu erfüllenden Träume.



Sonstige Neuigkeiten? Ich entwickle mich zum Müeslimonster. Als mir vor einem Jahr Müeslimatsch zum Frühstück verordnet wurde, konnte ich das Zeug noch nicht einmal bei mir behalten - umso erstaunter sah ich mir kürzlich dabei zu, wie ich eine Tüte Müesli zuerst in den Einkaufskorb und dann tatsächlich auf das Kassenband legte. Irgendwas sagte mir "Müesli! Du willst Müüüüüüesli!" - und obwohl ich das vollkommen absurd fand, habe ich darauf gehört. Immerhin habe ich im letzten Jahr viele Sachen, die ich bis dahin total ekelhaft fand, kennen- und lecker finden gelernt. Rosenkohl zum Beispiel. Oder auch Fenchel und natürlich Hüttenkäse.

Zuhause habe ich dann gleich eine Portion Müesli mit Milch verdrückt. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie das passieren konnte, aber: Es schmeckt mir! Verdammt gut sogar. Ich weiß zwar nicht, ob das in irgendeinem Zusammenhang steht, aber seit ich jeden Morgen Müesli futtere, ist auch die kurze Stagnationsphase überwunden und ich nehme wieder ab. Mit einem Gewicht von 87,1 Kilo habe ich mittlerweile 20,4 Kilo abgenommen. Meine Hosen werden immer weiter und der Gürtel immer enger. Ich bin zufrieden. So kann das ruhig weitergehen. 

Mehr dazu:

  • Eva hat Rennradphantasien: hier
  • Eva hat 'nen wunden Hintern: da