Welche rechtlichen Folgen hat selbst organisierter Sperrmüll?

Leonie Sayer

In Freiburg sieht man ihn fast überall: Sperrmüll, der unangemeldet an die Straße gestellt wird, in der Hoffnung, es finde sich ein neuer Besitzer. fudder hat bei der Stadt nachgefragt, inwieweit das erlaubt ist und was für Konsequenzen das Abstellen haben könnte.

Der alte Schrank der Oma passt nicht mehr in die Hipster- Einrichtung? Das Bett wurde gegen ein neues getauscht? Ab damit auf die Straße. Immer häufiger kommt es vor, dass Freiburger und Freiburgerinnen ihre gebrauchten Möbel einfach auf die Straße stellen, ohne Sperrmüll angemeldet zu haben.


Oftmals handelt es sich nicht nur um eine einfache Box mit "Zu verschenken"-Aufschrift, sondern um große, zum Teil sehr sperrige Gegenstände. So konnte man in den letzten Wochen beispielsweise Kühlschränke, Betten oder Schreibtische auf dem Gehweg verschiedener Stadtteile sehen. Wenn niemand diese abholt oder mitnimmt, bleiben sie oft länger unberührt am Straßenrand stehen.

Wie sieht die rechtliche Lage aus?

Doch wie sieht überhaupt die rechtliche Lage aus? Das Problem des unangemeldeten Sperrmülls ist der Freiburger Stadtverwaltung schon länger bekannt. "Eigentlich ist es nur erlaubt, Abfall auf den Gehweg abzustellen, wenn die Abholung organisiert ist", sagt Edith Lamersdorf, Pressesprecherin der Stadtverwaltung.

Wer den Sperrmüll ordnungsgemäß angemeldet hat, bekommt eine Nachricht, wenn dieser am nächsten Tag abgeholt wird. "Alles andere ist nach dem Freiburger Ortsrecht eine sogenannte nicht-berechtigte Sondernutzung des öffentlichen (Straßen-) Raums", so Lamersdorf.

Doch wie sieht es mit den kleinen Boxen aus?

Schließlich stellen viele Menschen kleinere Sachen, wie beispielsweise eine Kiste mit Büchern, Geschirr oder ähnlichem bei sich vor die Haustür mit dem Hinweis "Zu veschenken". Diese Art des "kleinen Sperrmülls" wird laut Edith Lamersdorf geduldet, solange die Kiste nach zwei oder drei Tagen wieder verschwindet. Oder, wenn sie leer ist, ordnungsgemäß entsorgt wird.

Alles andere ist ordnungswidrig und kann mit einem Bußgeld sanktioniert werden. Dieses geht bei rund 50 Euro los, kann aber je nach Art des Gegenstands viel höher liegen. Einige Freiburger Anwohner sind von den Mini-Sperrmüll-Aktionen genervt: "Beim Amt für öffentliche Ordnung gab es im letzten Jahr wegen illegalen Müllablagerungen 17 Fälle", sagt Edith Lamersdorf.

Wie werde ich denn auf legalem Weg mein Queensize- Bett los?

Mit den Sperrmüllbestellkarten aus dem Abfallkalender oder unter Sperrmüll Online kann man zweimal pro Jahr jeweils 2 Kubikmeter oder einmal pro Jahr 4 Kubikmeter Sperrmüll abholen lassen.

Dafür muss die Anzahl der Sperrmüllteile auf der Bestellkarte angegeben werden. Die Stadt rät, hierfür eine Frist von etwa 4 Wochen einzuplanen.