Weißwein, Kunst und junge Menschen: Die Jungen Kulturfreunde im Augustinermuseum

Alicja Schindler

Am Sonntagabend haben sich im Augustinermuseum erstmals die Jungen Kulturfreunde Freiburg getroffen. fudder-Autorin Alicja Schindler hat für euch den Tatort sausen lassen und herausgefunden, was das für Freunde sind und ob sie wirklich junge, frische Ideen haben.



"This is just the beginning" steht auf der pinkfarbenen Einladung zum Auftakt der Jungen Kulturfreunde Freiburg. Schon um 19 Uhr, pünktlich zu Beginn der Veranstaltung, ist das Foyer des Augustinermuseums proppevoll mit vielen jungen und ein paar wenigen älteren Besuchern.

Franziska Brinkmann ist die – „Ja, was haben wir denn jetzt eigentlich abgemacht? Präsidentin, Chefin, Leiterin? Ich glaube wir haben einfach Leiterin gesagt." – Sie ist die Leiterin der Jungen Kulturfreunde Freiburg. Im Juli dieses Jahres gegründet, stehen die Freunde zum Zeitpunkt der Auftaktveranstaltung mit ungefähr 20 Mitgliedern noch am Anfang. Na ja, this is ja auch just the beginning. Wer mitmachen will, klickt einfach bei Facebook auf „Gefällt mir" oder schreibt sich in den E-Mail-Newsletter ein. Mitgliedsbeiträge werden keine fällig.

Die Jungen Kulturfreunde, so Franziska Brinkmann, sind eine lose Gruppe von Studenten und jungen Berufstätigen. Initiiert wurde das Projekt aber nicht von den Jungen selbst, sondern von Mitgliedern der "erwachsenen Kulturfreunde" oder auch dem Freundekreis Augustinermuseum, mit dem Ziel, ein jugendliches Pendant zu schaffen und junge Menschen für das Augustinermuseum zu begeistern. Vielleicht ist auch das, die Tatsache, dass die Initiative von den erwachsenen Kulturfreunden und nicht von motivierten Jugendlichen selbst ausgeht, der Grund, warum bisher noch kein Programm feststeht.



Leiterin Franziska Brinkmann, die in Freiburg Jura und Kunstgeschichte studiert, erklärt, dass die Gruppe von Veranstaltung zu Veranstaltung arbeitet. Und heute ist eben erstmal die Auftaktveranstaltung.

Die Frage ob es, auch wenn noch kein Programm festgelegt ist, irgendwelche konkrete Ideen für eine Veranstaltung, ein Projekt oder einen Workshop gibt, muss Franziska leider auch verneinen. Sie verweist zwar auf eine geplante Weihnachtsveranstaltung, aufgeregte junge Menschen mit sprudelnden Ideen, die etwas Neues auf die Beine stellen und die Besucher davon begeistern möchten, bekommt man allerdings keine zu sehen.

Die meisten anwesenden, potentiellen Tatort-Schauer sind Bekannte von den ersten Mitgliedern, haben auf einer Erstsemesterveranstaltung den Flyer in die Hand gedrückt bekommen oder studieren Kunstgeschichte. Eine junge Frau in Schwarz verweist mit verschmitztem Lächeln auf den "kostenlosen Alkohol".

"Ein unkonventionelles, neues Kulturprogramm" könnte durch die Jungen Kulturfreunde Freiburg auf die Beine gestellt werden. So wie Birgit Laschke-Hubert, im Vorstand des Freundekreis Augustinermuseum und Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte an der Universität Freiburg, das ausdrückt, steckt in der Idee zu den Jungen Kulturfreunden viel Potential. Das Augustinermuseum ist zwar Anlaufstelle für alle Freiburger Studierenden der Kunstgeschichte, aber außerhalb dieser Gruppe gibt es wohl nur wenige junge Freiburger, die regelmäßig das Augustinermuseum besuchen oder durch eine Ausstellung ins Schwärmen geraten. So ein unkoventionelles neues Programm würde da vielleicht eine ganze Ladung Staub aufwirbeln und freie Sicht schaffen.



Die Veranstaltungen der Jungen Kulturfreunde werden stets an das Programm des Augustinermuseums gekoppelt sein. Die Gruppe will sich in unregelmäßigen Abständen treffen und über aktuelle Themen, die Gesellschaft und Museum betreffen, diskutieren. Ideen einbringen und eigene Vorschläge machen ist natürlich erwünscht. Schon fest geplant sind Führungen von Studierenden für Studierende, die auch schon in kurzer Fassung bei der Auftaktveranstaltung angeboten und zahlreich mitgemacht werden. Franziska Brinkmann leitet auch eine Führung und kündigt an: „Die wird wahrscheinlich eher so irgendwie, aber – es wird bestimmt nett!"

Nett sind auch die Mitglieder, die jetzt schon bei den Jungen Kulturfreunden dabei sind. Die meisten sind junge Studierende und wollen Kontakte knüpfen. Mit Interessierten, Engagierten und Kunstbegeisterten. Der freie Eintritt ins Augustinermuseum kann's jedenfalls nicht sein, der sie angelockt hat, denn den gibt's nur zu den unregelmäßig stattfindenen Veranstaltungen.

Wer sich für die Jungen Kulturfreunde interessiert und auf dem Laufenden bleiben möchte, der klickt auf ihrer Facebook-Seite gefällt mir oder schickt Franziska Brinkmann eine E-Mail, um in den E-Mail-Verteiler aufgenommen zu werden. Wer das Augustinermuseum langweilig findet und Lust hat auf junge Führungen und Events im Museum, dem werden die Jungen Kulturfreunde Freiburg dringend ans Herz gelegt. Oder besser andersrum: Der sollte sich mit seinen Ideen den Jungen Kulturfreunden ans Herz legen.

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Fotogalerie: Alicja Schindler


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