Weiler Schüler entwickeln Tintenkiller für schwarze Tinte

Bernhard Amelung

Marius Görg (17) und Jakob Rienth (19) haben eine schwarze Tinte und einen dazugehörigen Löschstift entwickelt. Warum sich schwarze Tinte mit herkömmlichen Tintenkillern nicht entfernen lässt und wie sie zu ihrer Lösung gekommen sind:



"Am Anfang haben wir uns gefragt, wie eigentlich die Entfärbung bei blauer Tinte abläuft", sagt Marius Görg. Der 17-Jährige besucht das Kant-Gymnasium in Weil am Rhein und wird in diesem Jahr sein Abitur machen. Zusammen mit seinem Freund Jakob Rienth hat er in den vergangenen Monaten eine schwarze Tinte und einen dazugehörigen Löschstift entwickelt.


Marius und Jakob haben dafür zunächst untersucht, wie ein handelsüblicher Löschstift für blaue Tinte funktioniert. "Anders als sein Name löscht dieser die Tinte nicht. Er entfärbt sie nur", erklärt Marius. Dieser Löschvorgang läuft wie folgt ab: Der Löschstift enthält eine Flüssigkeitm die den Farbstoff der Tinte von seiner blauen in eine glasklare Form bringt.

Etwas wissenschaftlicher formuliert: Marius und Jakob stellen fest, dass die Löschstifte hauptsächlich aus Wasser, Soda und einem Reaktionsmittel bestehen. Dieses enthält verschiedene Chemikalien, vorwiegend aber Natriumsulfit. "Die Sulfit-Ionen docken an das zentrale Kohlenstoffatom des Farbstoffmoleküls an. Dadurch zerstören sie dessen Geometrie. Die Folge davon ist, dass die Farbstoffmoleküle die blaue Farbe nicht mehr reflektieren können", erläutert Marius.



In der Folge versuchen die zwei Nachwuchsforscher, diesen Löschmechanismus auf schwarze Tinte zu übertragen. Sie fragen sich zunächst, wie beschaffen eine schwarze Tinte sein muss, damit sie reduktiv gebleicht werden kann. Dazu zerlegen die beiden Jungs schwarze Tinten verschiedener Hersteller in ihre einzelnen Bestandteile. Das Ergebnis zeigt, dass sich diese aus türkisen, magentafarbenen, violetten, blauen und orangefarbenen Farbstoffen zusammensetzen.

Jakob und Marius besorgen sich Farbstoffe und mischen selbst verschiedene schwarze Tinten, einmal in Wasser, ein anderes Mal in Ethanol als Lösungsmittel. Danach bringen sie die Tinten mit sulfithaltigen Löschmitteln in Verbindung. "Der blaue Farbanteil lässt sich ohne weiteres entfärben. Das Aurin, der orangefarbene Farbstoff ist jedoch nicht wasserlöslich. Das erklärt, weshalb gelb-rote Farbanteile zurückbleiben, wenn man schwarze Tinte mit herkömmlichen Killern bearbeitet", sagt Marius.

Das wiederum hänge damit zusammen, dass die Bleichsubstanz Natriumsulfit in Wasser alkalisch reagiere und Aurin in alkalischen Lösungen nicht mehr entfärbbar sei, so Marius. Der Trick: Durch die Zugabe von Ethanol verschieben sich die ph-Einheiten der Lösung. Das Aurin und damit auch schwarze Tinte lassen sich entfärben.



Mehr dazu:


Disclosure

fudder ist Medienpartner des Regionalwettbewerbs Jugend forscht. Dieser wird in Südbaden zum zwölften Mal in Folge vom Waldkircher Unternehmen Sick AG durchgeführt. Im Rahmen dieser Kooperation gibt es wieder unser Forscher-Blog mit freundlicher Unterstützung der Sick AG. Wir versorgen euch von heute an wieder mit den interessantesten Themen rund um das Thema Jugend forscht.