Weil Til Schweiger nicht antwortete: 21-jähriger Schwarzwälder dreht Film über den Weg eines Flüchtlings

Kim Cara Ruoff

"Rassismus ist keine Meinung," findet der 21-jährige Filmemacher Nikos Gutmann aus Häusern im Schwarzwald. Mit seinem Kurzfilm "Humanity – der Weg eines Flüchtlings" möchte er ein Zeichen für mehr Toleranz setzen. Gedreht wurde in Herbolzheim und am Schluchsee.



Gemeinsam rennen sie durch den Wald, gehetzt, gejagt wie Tiere. Sie suchen Unterschlupf in einem verlassenen Haus, kauern sich an einander und hoffen, dass ihr Verfolger sie nicht findet – Ein Kampf ums Überleben.


Flüchtlinge – ein Thema um das man momentan nicht drum herum kommt, auch die Promis nicht. Til Schweiger macht sich auf seiner Facebook-Seite regelmäßig für Flüchtlinge stark und wird dafür häufig beschimpft. „Ich war entsetzt, als ich die Kommentare gelesen habe“ sagt Filmemacher Nikos Gutmann aus Häusern, der Til Schweigers Facebook-Seite verfolgt. Daraufhin schrieb der 21-Jährige eine Nachricht an Schweiger: „Er macht ja auch Filme, deshalb habe ich ihm vorgeschlagen, er solle einen Film über Flüchtlinge drehen – ansonsten mach ich einen."

Nachdem Nikos keine Antwort bekam, startete er mit Unterstützung seiner Crew das Projekt „Humanity – Der Weg eines Flüchtlings“. Gedreht wurde in Herbolzheim und am Schluchsee. „Durch meine Filme will ich Emotionen rüberbringen,“ sagt der 21-jährige Filmemacher. Auf seinem Youtube-Channel Shutdownify hat er bereits ein knappes Dutzend Kurzfilme hochgeladen.



Sein neuester Kurzfilm Humanity stellt in 3:29 Minuten den Weg eines Flüchtlings nach: Von der Flucht durch die Wälder, dem Verstecken in verlassenen Häusern bis zum Verlust eines geliebten Menschen und dem verzweifelten Sprung in die Tiefe. Die Spannung des Films überträgt sich auf den Zuschauer, man fühlt die Angst, hofft, dass der Soldat endlich stehen bleibt und schreckt auf, als die Bombe explodiert.

Seinen ersten Film drehte Nikos Gutmann mit einem Mini-Camcorder, da war er elf Jahre alt. Heute, zehn Jahre später, ist das Filmemachen nach wie vor seine Leidenschaft: „Ich bin ein Träumer und durch die Filme kann ich das, was in meinem Kopf ist, auf die Leinwand bringen,“ sagt Nikos.

Momentan macht der 21-Jährige noch eine Ausbildung zum Fachinformatiker. „Das Filmgeschäft ist hart umkämpft, deshalb hab ich mich, ein bisschen auch meinen Eltern zuliebe, dafür entschieden erst mal was  „Richtiges“ zu machen“, sagt Nikos „aber nach der Ausbildung will ich auf jeden Fall als Regisseur arbeiten“.

Humanity - Der Weg eines Flüchtlings

Quelle: Youtube



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  [Fotos: Screenshot / privat]