Webserie "Found*": Astronauten sind auch nur Menschen

Martin Jost

Seit einem Monat kursiert sie im Internet: die in Freiburg produzierte Space Opera "Found*". Höchste Zeit, sich mit ihren Machern in Verbindung zu setzen. Und da die drei partout nicht aus ihren Rollen schlüpfen wollten, blieb fudder-Autor Martin nichts anderes übrig, als sie zu ihrer bescheidenen Mission zu befragen: der Rettung der gesamten Menschheit.



Die Welt steht am Abgrund, das ist kein Geheimnis, und wenn uns die Umwelt nicht bald den Rest gibt, wird der Nihilismus uns alle umbringen. Es sind besondere Menschen, in die wir unsere Hoffnungen setzen und die ihren Hintern hochkriegen um die Erde und die ganze Menschheit vor dem Untergang zu retten.


Captain Christopher Banks, Ingenieur James Hackett und Dr. Karl Rutherford heißen die Männer, die in die Geschichtsbücher eingehen werden. – Gut, wenn sie versagen, haben wir nicht mehr viel Geschichte vor uns. Wenn ihre Mission Erfolg hat, werden sie nicht weniger als die Welt gerettet haben.

Das Raumschiff Genesis ist jetzt an die 110 Tage im All. Die Belastung für die Raumfahrer wird größer, weil sie die entscheidenden Materialproben noch nicht gefunden haben. Darüber hinaus sind sie wie die Ölsardinen eingesperrt. Es braucht einen besonderen Menschenschlag, der die Nerven hat, unter so enormem Erfolgsdruck gemeinsam einsam zu sein. Was ist es, das sie für die Mission zurücklassen mussten?


[Captain Christopher Banks]

„Meine Frau und zwei Kinder“, sagt Captain Banks und er sagt es ohne in Gefühlsduselei auszubrechen und mit einer Stärke und Sachlichkeit, die uns zeigt: Hier sitzt nicht so ein blasierter Schauspieler wie jener Neil Armstrong vor uns, dessen größte Sorge beim Mondspaziergang zu sein schien, dass er das für ihn geschriebene Zitat gut rüberbringt. Nein, hier sitzt ein Mann, der weiß, wofür er Opfer bringt und warum es die Erde wert ist, gerettet zu werden: „Golf, Tennis und mein Sportflugzeug. Das Übliche halt.“
Auch der Chefingenieur und der Bordarzt und Wissenschaftsoffizier sind unsentimental und ehrlich. James Hackett: „Ich habe auf jeden Fall ganz schön viele Frauen auf der Erde zurückgelassen.“ Und Dr. Karl Rutherford: „Ich verpasse in diesem Jahr die ComicCon!“


[Dr. Karl Rutherford]

Was treibt einen dazu, trotz solcher Einschnitte an den Rand des für Menschen erreichbaren Kosmos zu fliegen und auf einer gefährlichen Mission nach den gesuchten Proben zu fahnden – während sechs Milliarden Menschen zu Hause bleiben und Raumschiff Enterprise kucken? „Ich möchte die Erde schützen“, sagt Captain Banks, „denn ich bin ein großer Menschenfreund.“

Das ist auch im Kleinen wichtig, denn Banks hält nicht nur die SS Genesis auf Kurs, sondern auch sein Team. Er ist im Prinzip der Diplomat an Bord. Von einer Quelle im Missionshauptquartier, die nicht namentlich genannt werden möchte, war zu erfahren, dass es schon zu kleinen, alltäglichen Reibereien unter der Crew gekommen ist. Der intelligente Computer Gabriel musste in der Frage der erlaubten Spitznamen vermitteln.

[Ingenieur James Hackett]

„Bei dreien ist einer immer der Arsch“, bemerkt Dr. Rutherford. Der 56-Jährige besitzt Abschlüsse unter anderem in Medizin, Physik, Astrophysik und Molekularbiologie. Sein Antrieb ist der Reiz, Neues zu erkunden – im Weltall Entdeckungen zu machen, wo noch nie ein Wissenschaftler vor ihm gewesen ist. „Immerhin sind wir die Elite, die für diese Mission von allen am besten qualifiziert war“, beschreibt er das Erfolgserlebnis, das ihm sein Einsatz vermittelt. Und James Hackett ergänzt: „Außerdem macht es megaviel Spaß hier draußen! Ich stand zum Glück gerade in der Gegend rum, als es an den Start ging, und wurde gefragt, ob ich spontan mitfliegen wollte. Dieser Moment hat mein Leben verändert.“

Nach 100 Tagen war es gerade zum ersten Mal möglich, eine langfristige stabile Verbindung zur Crew der SS Genesis herzustellen. Neben der Holokonferenz mit fudder.de hatte das Team aktuelle Missionsberichte mit der Basis abzustimmen und nutzte die verbleibende Bandbreite für Facebook-Updates.

Wenn es je Helden gegeben hat, dann riskieren sie in diesem Moment an Bord der SS Genesis für uns alle ihren Hals. Wir Zurückgebliebenen können ihnen nur Erfolg wünschen – und nicht bloß aus Eigennutz, sondern auch, weil derart aufrechte Männer verdient haben, die Welt zu retten. „Es ist uns eine große Ehre“, sagt Captain Banks noch, „und wir haben uns ja nicht umsonst jahrelang auf diese Mission vorbereitet.“ Lebt lang und erfolgreich!

FOUND_Trailer

Quelle: YouTube
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FOUND_Folge1

Quelle: YouTube
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