Web 3D-Browser SpaceTime

Christoph Müller-Stoffels

Willkommen im Web 3D! Web 3D? Moment! Das Internet ist zweidimensional. Eine Homepage ist platter als der Bildschirm, der sie anzeigt. Teilweise steht der Inhalt dem in nichts nach. Doch zumindest die Erscheinungsform kann jetzt verändert werden. Der Browser SpaceTime stellt Webpages dreidimensional dar. Wie das aussehen soll? Ein Blick in die Zukunft der Browser.



Second Life meets Firefox.
So beschreibt Techcrunch den 3D-Browser SpaceTime. Und tatsächlich ist der Vergleich keineswegs weit hergeholt. SpaceTime zeigt Websites in 3D-Optik an. So kann man bequem zwischen den verschiedenen aufgerufenen Seiten hin und her wechseln und hat sie trotzdem alle im Blick. Will man eine genauer anschauen, erfolgt der Wechsel zwischen 3D und 2D per Doppelklick.


Dadurch, dass SpaceTime unter anderem Google, Google Images, Yahoo!, Yahoo! Images, Flickr, eBay unterstützt, wird auch etwa die Google-Suche wieder zu einem optischen Erlebnis. Gibt man etwa den Suchbegriff "ZMF" ein, wird einem nicht nur die Google-Seite angezeigt, sondern auch die bei der Suche gefundenen Seiten. Ohne lästiges Fensteröffnen kann man sich die Treffer anschauen und entscheiden, welche man genauer in Augenschein nehmen möchte. Auch die eBay-Suche wird komfortabler. Man gibt den gewünschten Artikel in die Suche ein. Gezeigt werden einem nur die Bilder der Angebote, die man dann, wieder durch Doppelklick, näher anschauen oder vergleichen kann.

Das klingt gut und brauchbar. Und einfach: Browser runterladen, installieren, los. Doch schon stellt sich das erste Problem in Form einer Warnung. "Your computer has 512 mb of system memory and 64 mb of video memory. Your memory meets the very minimum requirements for SpaceTime. SpaceTime will run, but will be slow." Na super. Für Second Life ist mein Laptop-Museumsstück (immerhin schon über drei Jahre alt) gut genug und bei einem popeligen Browser soll es nicht mehr reichen?

Aber die Meldung bewahrheitet sich. Während ich mir einen Kaffee koche, warte ich, dass sich die Seiten aufbauen. Endlich kann ich zwischen meinen Suchergebnissen (ZMF, Bilder von Bob Marley, die Fudder-Homepage) hin und her switchen. Nachdem ich fünf Minuten später wieder auf eine Seite zugreifen will folgt die nächste Ernüchterung. Nun steht nicht mehr "loading", wo die Seite erscheinen soll, sondern "reloading". Leicht entnervt gebe ich auf.



SpaceTime mag ein Blick in die Zukunft der Browser sein und darstellen, in welche Richtung die Entwicklung gehen wird. Derzeit sind die graphischen Anforderungen aber noch zu hoch, genauso wie die Fehlerquote. So funktioniert es User-Meldungen zufolge unter Windows Vista gar nicht. Und auch sonst ist es eher was fürs Auge, als für den täglichen Gebrauch. Sinnvolle Browser-Funktionen wie Bookmarking oder ähnliches fehlen noch gänzlich. Aber wenn die Technik überarbeitet wird (und ich mir einen neuen Laptop kaufe), kann SpaceTime eine Alternative zu althergebrachten Browsern werden.

Mehr dazu:

Spacetime: WebsiteForum
Auf der SpaceTime-Homepage gibt ein Werbe-Video einen guten Eindruck, wie der Browser funktioniert und was er kann; Im Forum werden Tipps zum Umgang mit Spacetime gegeben.