Was wird aus Nitebeat?

David Weigend

Die Zukunft des Freiburger Nitebeat-Magazins ist ungewiss. Die Redaktion informierte bereits im Dezember vergangenen Jahres Mitarbeiter darüber, dass das Heft Anfang 2010 eingestellt werden soll. Immer noch halten sich hartnäckige Gerüchte, dass im April vorerst die letzte Ausgabe des Szenehefts erscheinen werde. Wir haben die Nitebeat-Redaktion um ein Statement gebeten.



Im Dezember war Holger Probst (Foto rechts), Hauptverantwortlicher der dreiköpfigen Nitebeat-Redaktion, noch überzeugt von dem Plan, das Heft in naher Zukunft zu verkaufen oder einzustellen. Mitarbeiter setzte er darüber schon in Kenntnis. Das Magazin-Konzept sei nicht mehr besonders gewinnbringend.


Nitebeat-Partys wolle man zwar weiterhin veranstalten, sich aber vornehmlich anderen Aufgaben zuwenden. Bereits vergangenes Jahr gab es Verhandlungen mit möglichen Kaufinteressenten. Darunter das Nightlife-Portal Citystuff, das seinen Sitz in Hohberg bei Offenburg hat. Citystuff-Chef Stefan Fischinger sagt: „Wir sind uns jedoch nicht einig geworden. Die Sache hat sich zerschlagen.“



Daniel Schmidt (Foto Mitte), Redakteur bei Nitebeat, bestätigt, dass er und seine zwei Kollegen Holger Probst und Markus Vogel bereits seit einigen Monaten in Verhandlungen sind, die darüber entscheiden sollen, wie es mit Nitebeat weiter geht. Dass das Heft „von heute auf morgen“ eingestellt werden soll, dementiert Schmidt. „Tatsache ist jedoch, dass wir uns als Herausgeber nach fast zwölf Jahren überlegen, wie es weitergehen soll mit dem Nitebeat-Heft.“ Man habe sich beruflich teilweise in andere Bereiche weiterentwickelt. Dem Vernehmen nach geht es dabei unter anderem um Druckaufträge für Softwarehersteller.

Diese anderen Geschäftsfelder forderten immer mehr Zeit. „Auch entfernen wir uns altersmäßig immer weiter von unserer Zielgruppe. Deshalb gibt es Überlegungen und Aktivitäten, diesbezüglich Veränderungen vorzunehmen“, so Schmidt. „Interessant sein könnte für uns, das Heft als Marke Nitebeat an jemanden abzugeben, der aus der Szene kommt und der es anständig weiterführt.“

Unter der „Marke“ versteht Schmidt eine Art Gesamtpaket: Magazin, Kundenkontakte, Knowhow. Denkbar sei auch, jüngere, szeneaktive Teilhaber zu finden, die die Nitebeat-Redaktion entlasten oder „mit jemandem gemeinsame Sache zu machen.“ Dass bei dieser Fusionsoption der Marktnachbar Subculture eine Rolle spielen könnte, ist zumindest zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.

Nitebeat gibt es seit zehn Jahren. Holger Probst und Daniel Schmidt veröffentlichten im August 2000 die erste Ausgabe, nachdem sie zuvor schon den Mehrflyer herausgebracht hatten, eine Sammlung von Partyflyern. Später erschien das A6-Heft auch als französische Ausgabe. Redaktion, Layout und Auflagen wuchsen stetig. Die Auflage liegt eigenen Angaben zufolge mittlerweile bei 30.000 Exemplaren pro Monat (20.000 Nitebeat Freiburg / 10.000 Nitebeat Edition France).

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