Was wird aus dem Schönbergturm?

David Weigend

Der Turm auf dem Schönberg hat bis vor kurzem das Erste Fernsehprogramm für Freiburg übertragen. Vor einer Woche wurde er abgeschaltet, das heißt: er überträgt kein analoges Fernsehen mehr, weil das digitale Antennenfernsehen (DVB-T) eingeführt wurde. Braucht den Turm jetzt noch jemand?



Vielleicht ist der 40 Meter hohe Schleuderbetonturm auf dem Schönberg sowas wie ein unterschätztes Wahrzeichen Freiburgs. Immerhin ist er, besonders nachts, das erste, was blinkend ins Auge fällt, wenn man am Bahnhof den Zug verlässt und auf die Stadtbahnbrücke steigt.


1969 nahm der damalige Südwestfunk den Sender auf dem Schönberg in Betrieb, 634 Meter über Normalnull. Bis zum 10. Juli versorgte er große Teile von Freiburg und einige Seitentäler mit den TV-Programmen ARD, ZDF und SWR-Fernsehen. Einige Jahre wurde auch der digitale Hörfunk DAB abgestrahlt.

Nach der Abschaltung des analogen Fernsehens dient der Standort weiterhin der funktechnischen Versorgung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten.



Der Schönbergturm heißt bei den SWR-Menschen "Freiburg III". Nicht nur er wurde wegen der Einführung des digitalen Antennenfernsehens abgeschaltet. Was wird nun aus all diesen Türmen?

Der SWR hat verschiedene Möglichkeiten, um die Sender in Zukunft zu nutzen. Valentin Nann von der Pressestelle des SWR in Stuttgart sagt: "Mobilfunkanbieter könnten Interesse haben, Freiburg III zu mieten. Andere Optionen sind die Übertragung von Handyfernsehen oder von digitalem Radio."

Es ist also absehbar, dass auch weiterhin alle drei Monate ein Techniker mit einer 1000-Watt-Halogenlampe in der Tasche auf den Schönberg fahren wird, um die so herrlich genannte Hindernisbefeuerung auf der Turmspitze auszutauschen. Blink 333!



(Foto 3: SWR, 2000)