Was war denn da los vor dem Kagan-Turm?

Christine Duttlinger

Huch! Kurz vor 15:30 am Hauptbahnhf: Mehrere Hundert Menschen drängeln sich vor dem Eingang des Bahnhofsturms. Und die Polizei ist auch schon da. Was da los war:

Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder warten vor dem Eingang des Bahnhofsturm. Ihre Schlange nimmt den gesamten breiten Gehweg ein, versperrt den Fahrradweg. Zwei Polizeiwagen parken neben der Menschenmenge, mehrere Beamte versuchen, die Lage zu ordnen. „Langsam, langsam, wenn sie weiter drängeln, wird nur der Eingang verstopft!“ ruft ein Polizist. Ein Geraune geht durch die Menge, von allen Seiten erklingen russische Wortfetzen. Warum stehen so viele Menschen an einem sonnigen Freitagnachmittag vor dem Kagantower? Eine spontane Nachmittagsparty im Kagan ist zumindest nicht der Grund.  Aussagen von wartenden Personen nach, verteilt die russische Botschaft einmal im Jahr in Südbaden zuvor beantragte Pässe und Unterlagen.


Sophia, 16 aus Freiburg (Bild rechts) erklärt warum sie in der Schlange steht: „Ich lasse mir einen russischen Pass machen, und muss hier ein Formular unterschreiben damit ich den bekomme. Ich komme aus Russland und will die doppelte Staatsbürgerschaft haben."

Eine Pressemitteilung der Polizei verrät weitere Details:ein Reiseunternehmen sei für den Menschenauflauf verantwortlich, es habe Räume im Bahnhof gemietet, und einen Mitarbeiter eines Generalkonsulats eingeladen, der  Pässe verlängern kann. Rund 1700 Menschen seien eingeladen worden, diesen Service in Anspruch zu nehmen.

Die Polizei beklagt, dass keine entsprechenden logistischen Maßnahmen getroffen worden seien, um die Menschenmengen zu koordinierend. Mehrere Streifen seien notwendig gewesen, um Rad- und Fuß und Rettungswege freizuhalten.