Umwelt

Was tut die Stadt Freiburg gegen das Bienensterben – und wie kann man sich engagieren?

Neele Hofmann

Seit einigen Jahren nimmt die Bienenpopulation in Deutschland ab. Welche Strategien die Stadt Freiburg nutzt, um das zu verhindern und wie man sich selbst engagieren kann: fudder hat Tipps gesammelt.

Es summt und brummt – und wenn man barfuss über eine Wiese läuft, muss man aufpassen, wohin man tritt. Auch beim Zwetschgenkuchenessen hat man keine ruhige Minute. Merkt ihr was? Diese beschriebenen Situationen werden immer seltener, denn seit Jahren nimmt die Bienenpopulation rasant ab.


Besonders stark betroffen sind Honig- und Wildbienen. Wie gravierend deren massenhaftes Sterben für uns alle ist, hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland auf seiner Webseite sehr drastisch zusammengefasst "Ohne Honigbienen haben wir ein Problem. Ohne Wildbienen haben wir eine Katastrophe".

In Teilen Chinas wird bereits ein Großteil der Pflanzen von Menschenhand bestäubt. Aufgrund des massenhaften Einsatzes von Pestiziden gibt es in Bereichen des Landes bereits heute fast keine Bienen mehr. Damit es bei uns gar nicht erst so weit kommt, müssen wir jetzt anfangen etwas zu tun.

Was tut die Stadt Freiburg, um massenhaftes Bienensterben zu verhindern?

  • Es werden artenreiche Blühstreifen entlang der Straßen und in öffentlichen Grünflächen angelegt, zum Beispiel hier: Ecke Besançonallee/Opfinger Straße;Ortseinfahrt Günterstal, Ortseinfahrt Waltershofen. Es gibt in Freiburg etwa 8 Hektar Blühstreifen – Tendenz steigend
  • Auf öffentlichen Flächen werden keine chemischen Spritzmittel verwendet. Spritzmittel sind verboten. Keine Alternative außer bei Rosen mit ökologisch abbaubaren Mitteln
  • Ausgewählte Flächen an Straßen werden zu artenreichen Langgraswiesen umgewandelt. Es gibt etwa 110 Hektar Langgraswiesen in Freiburg: Zum Beispiel im Dietenbachpark, in Hochdorf, im Tuniberg (Rebböschungen)
  • Im Rahmen von "Freiburg packt an" werden Imker unterstützt, die Bienenstöcke auf öffentlichen Flächen aufstellen. Dazu finden alljährlich seit 2014 "Bienentische" statt. Die interessierten Imker bekommen öffentliche Aufstellungsplätze nur in Absprache mit der Stadt Freiburg
  • Ebenso werden Freiwillige unterstützt und beraten, die "Wildbienenhotels" bauen und aufstellen wollen, vor allem in den urbanen Gärten der Stadt. Auch hier nur nach Absprache mit dem Garten- und Tiefbauamt. Es gibt außerdem eine Kooperation mit der Bienencoop, die die Insektenhotels mit den Freiwilligen bauen
  • Es gibt auch umweltpädagogische Programm-Angebote an den Schulen. Beispiel bei den Bachpaten: 2018 Projekte mit Wildbienenhotel aus Knöterichstangen
Entwicklung artenreicher Randstreifen an Entwässerungsgräben und Bächen zum Beispiel Tuniberg-Gräben; Mädesüß im Dietenbachpark an den Gewässern

Was kann man selber tun?

1. Es gibt zahlreiche Projekte, in denen man sich engagieren kann. Zum Beispiel bei den Stadtbienen oder im Freiburg Imkerverein.
2. Bepflanzt euren Garten oder Balkon mit "Bienenfreundlichen Pflanzen". Das sind, zum Beispiel Schafgarbe, Akelei, Lavendel, Lupine, Wilde Malve, Astern, ungefüllte Dahliensorten.

3. Tötet keine Bienen oder sonstigen Insekten mehr. Auch wenn sie manchmal nerven.

4. In der Biolandwirtschaft werden weniger Pestizide eingesetzt. Durch den Kauf von Biolebensmitteln verhindert man also das Bienensterben.

5. Wenn man Platz hat, ist ein Bienenhotel eine tolle und einfach Möglichkeit, Bienen ein geschütztes Zuhause zu bieten. Bienen und Insektenhotels gibt es mittlerweile sogar beim Discounter um die Ecke. Wenn ihr selber eins basteln möchtet, hat der Naturschutzbund Deutschland eine gute Anleitung zusammengestellt. 6. Honig am besten beim lokalen Imker kaufen. Oder man verzichtet gleich ganz drauf.

7. Werdet selbst zum Imker. Besonders einfach geht das mit der Bienenbox. Dadurch gebt ihr Bienen ein ökologische Zuhause und habt außerdem die Möglichkeit, bis zu 15 Kilo eigenen Honig pro Jahr zu ernten.


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