Was trägt der Metalfan 2008?

David Weigend

Die Plattenfirma und der dazugehörige Mailorder-Versand Nuclear Blast mit Sitz im schwäbischen Donzdorf ist eine der weltweit größten Firmen ihrer Art. Bands wie Dimmu Borgir, Candlemass und Meshuggah stehen hier unter Vertrag. Nuclear Blast-Chefeinkäufer Zwini über Metaltrends 2008.



Die Musikrichtung Heavy Metal hat inzwischen viele Subgenres und Spielarten. Umso wichtiger scheint es für den Fan, Farbe zu bekennen und seine Lieblingsband zur Schau zu stellen. Eine der wichtigsten deutschen Adressen für den Versand von Metalkleidung ist Nuclear Blast im schwäbischen Donzdorf. Zwini (39), Szenekenner und Chef des Mailorder-Einkaufs bei Nuclear Blast über Trends in der Metalmode.


„Unsere Kunden bestellten im ersten Halbjahr 2008 vor allem Shirts der Bands Amon Amarth, Belphegor, In Flames, Dimmu Borgir und dem sensationellen Pagan-Newcomer Eluveitie. Aber auch Merchandise-Dinosaurier wie Iron Maiden, Metallica und Motörhead werden weiterhin gern gekauft.



Der Trend geht zu stylischen Motiven, die zum Teil seitlich auf die Taille gedruckt werden. Da die Drucke und Applikationen dezent sind, wirkt das T-Shirt eher wie ein Markenshirt. Die traditionell gestalteten Motive mit großen, vollfarbigen Aufdrucken (meist die Covermotive der CDs) werden aber noch lange nicht von den Stylern, wie wir die neuen Motive nennen, abgelöst.

Vom Aussterben bedroht ist hingegen das Longsleeve, das langärmelige Shirt. Kapuzenjacken gehen besser. Etwa ein Drittel unseres Jahresumsatzes setzen wir mittlerweile mit Merchandise-Artikeln um. Das ist fast so viel wie mit Tonträgern. Das letzte Umsatzdrittel stammt aus Accessoires, Tickets und Zubehör wie Bücher und ähnlichem.



Mein erstes hartes Hemd war ein blaues T-Shirt mit KISS-Aufbügel-Logo. Mein liebstes Shirt ist das "Infernal Overkill" von Destruction. Diese Scheibe brachte mich 1985 vom rechten Weg ab.

Ich bin übrigens Vater von zwei Töchtern, fünf und acht Jahre alt. Bald werden sie sich ihre Garderobe selber aussuchen. Falls dies dann Metalshirts mit so genannten expliziten Motiven sind, würde mich das nicht aufregen. Es gibt Dinge, die mir viel mehr Angst machen, als jedes Cover der Band Cannibal Corpse: Zum Beispiel die Abstumpfung gegenüber der Gewalt im Alltag und auch die Abstumpfung gegenüber der Gewalt, wie sie schon im Kinderfernsehen gezeigt wird.“



Meine Konzerttipps für die nächste Zeit: das Party.San Open Air in Bad Berka bei Weimar (7. bis 9. August, Headliner: Boltthrower) und das Metalfest am 5. Dezember im Z7 in Pratteln mit Morbid Angel, Kataklysm, Marduk, Keep Of Kalessin und Arsis."

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