Was Studierende tun können, wenn ihr Kind krank wird

Till Neumann

Studierende können sich bei Krankheit von einer angemeldeten Prüfung abmelden und sie zu einem späteren Zeitpunkt schreiben. Was aber, wenn bei studierenden Eltern das Kind krank wird? Till Neumann hat mit Marion Wenzel, Referentin der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Universität Freiburg, gesprochen.

Frau Wenzel: Welche Möglichkeiten haben Studierende mit Kind, wenn ihr Kind krank ist und sie deswegen nicht an einer Prüfung teilnehmen können?


In diesem Fall kann die beziehungsweise der Studierende beim zuständigen Prüfungsamt eine Krankmeldung des Kindes einreichen. Der Prüfungsausschuss kann dann individuell entscheiden, ob die oder der Studierende die Leistung innerhalb einer verlängerten Bearbeitungszeit erbringen oder die Prüfung im Folgesemester erneut anmelden kann.

Das heißt, das Prüfungsamt ist nicht verpflichtet, den Rücktritt von der Anmeldung zur Prüfung zu gestatten?

Nein, diese Regelung gibt es nicht. Wir haben aber in den letzten Jahren mit allen Prüfungsämtern durchweg gute Erfahrungen gemacht. Es ist mir kein Fall bekannt, in dem es den Studierenden, die ein Attest des Kinderarztes vorlegen konnten, verwehrt wurde, eine verlängerte Bearbeitungszeit in Anspruch zu nehmen oder aber von der Anmeldung zurückzutreten.

Und was machen die Studierenden, wenn das zuständige Prüfungsamt den Antrag auf Verlängerung der Bearbeitungszeit oder Rücktritt doch ablehnt?

Der Universität Freiburg ist die Vereinbarkeit von Studium und Familie sehr wichtig. Sollte es doch einmal zu Schwierigkeiten mit einem Prüfungsamt kommen, können sich die Studierenden an die Gleichstellungsbeauftragte der Universität wenden, sie wird sich um eine Lösung des Problems bemühen. Im Jahr 2010 wurde die Gleichstellungsbeauftragte ein einziges Mal in einem solchen Fall aktiv. Ein Brief an den zuständigen Prüfungsausschuss konnte dann auch für Klärung sorgen.

Gibt es Pläne, eine Regelung für Fälle dieser Art in den Prüfungsordnungen zu verankern?

Mit jeder Anfrage im Gleichstellungsbüro von Seiten studierender Eltern taucht diese Überlegung wieder auf. Tatsächlich ist eine Regelung wünschenswert, wir sind hier um eine grundsätzliche Lösung bemüht.

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