Was man in einer Stunde lernen kann: E-Gitarre

Okan Bellikli

Wem kam beim Musikhören nicht schon der Gedanke, wie schön es wäre, einfach mitzuspielen? Und zwar, ohne zuvor 10 Jahre ein Instrument gelernt zu haben? Okan hat für fudder den Selbstversuch an der E-Gitarre gewagt und ausprobiert, was man in einer Stunde lernen kann.



"Just The Way You Are" live begleiten? Für mich kein Problem.

Bevor ich zu meiner allerersten und einzigen Fudder-Exklusiv-Gitarrenstunde in die Jazz- und Rockschule (JRS) komme, habe ich schon die Gewissheit: Bei der nächsten Bruno-Mars-Tour werde ich der Kopf hinter der Liveband sein und die Massen mit aufpeitschen.


In dem Unterrichtsraum gegenüber vom E-Werk, den ich zusammen mit Andy Kopfmann betrete, wartet neben E-Gitarren auch ein iPad auf mich. Das ist nicht nur zum Surfen geeignet, sondern auch klasse für Musiker. Aber dazu später mehr.

Andy, der seit über 20 Jahren an der Jazz- und Rockschule unterricht und selbst mit seiner Band "FBI" Rock- und Ska-Musik macht, sagt, dass Musik zum Benutzen da ist. Zum Machen und Hören. Und wenn man sie versucht, dann darf man nicht darauf achten, was die anderen machen, sondern soll einfach tun. Sagt Andy.

Mit seinen Worten kann ich leben, denn meine ersten Versuche am Instrument ergeben röhrige Töne. Für den Anfang hinnehmbar, für Bruno Mars reicht es dagegen noch nicht ganz.
"Gitarre spielen lernen ist wie eine Sprache", sagt Andy. Die Tonleiter ist demnach die Grammatik. Und so weiter - für Grundlagen bleibt nicht viel Zeit, denn ich habe ja nur die eine Stunde.

Also zeigt mir Andy, mit welchen Fingern ich in welchen Bünden welche Saiten wann drücken muss. Das habe ich davor noch nie gemacht und habe entsprechend einige Schwierigkeiten mit der Koordination. Aber zum Glück hat Andy Geduld. Darum hatte ich auch gebeten.

Da ich nach der Stunde laut Andy in einer Band mitspielen können soll, nimmt Andy sein iPad in die Hand und lässt vermittels der Software GarageBand ein Schlagzeug laufen, das ich begleiten soll. Er selbst macht zunächst auch mit einer E-Gitarre mit und gibt mir durch Ansagen und Wippen mit dem Fuß den Takt vor.

Erster Bund, Zeigefinger auf der ersten Saite, Ringfinger auf der dritten. Diesen Griff soll ich einfrieren und übertragen. Zehnter Bund, Zeigefinger auf der zweiten Saite, Ringfinger auf der dritten. Ich bin leicht überfordert.

Irgendwann sieht sich Andy gezwungen, den Beat um ein Zehntel zu verlangsamen. Auch interessant, wie Bruno Mars auf diese Weise klingt. Aber ich soll mir keinen Kopf machen: "Das schafft keiner beim ersten Mal". Das muntert mich zumindest teilweise auf, und ich kämpfe weiter.

Dann das große Finale: Ich darf "Just The Way You Are" begleiten und werde dabei gefilmt. Auch wenn ich danach peinlich berührt bin, es hätte wohl noch viel schlimmer sein können. Und solange niemand das Video als Bewerbung an Bruno Mars schickt ...

fudder-Selbstversuch: E-Gitarre in einer Stunde lernen

Quelle: YouTube



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