Was kostet Popo zeigen?

Meike Riebau

Am Montag hat ein Jugendlicher in Littenweiler einem Polizisten seinen nackten Hintern gezeigt. Wir haben uns gefragt: Was kostet der Spaß eigentlich?



Den Allerwertesten einem Polizisten zu zeigen, kann teuer werden: Ein komplettes Monatsgehalt kann dafür drauf gehen. Für einen Studenten, der nicht arbeitet, heißt dass, dass seine 600 Euro komplett weg sind.


Wer schon arbeitet und ein höheres Einkommen hat, muss entsprechend mehr bezahlen. Schließlich soll es ja auch ein bisschen wehtun.

Im Fall des Freiburger “Mooners” (fudder berichtete), wird es allerdings günstiger: Der Betreffende ist noch Heranwachsender und wird nach Jugenstrafrecht bestraft. Also wird es wohl auf eine mildere Geldstrafe oder Arbeitsauflagen hinauslaufen.

Ab 21 wird nach Erwachsenenstrafrecht bestraft. Und da kann dann schon einmal “Zunge herausstrecken” an der Ampel teuer werden: etwa 2/3 des Monatsgehalts werden dafür kassiert. Die Beleidigung mit “Blödmann” oder “Dummkopf” kostet sogar noch mehr.

Im Internet habt ihr dagegen größere Chancen, mit einer Beleidigung davon zu kommen: Zum einen ist die Atmosphäre etwas lockerer, so dass eine Beleidigung einen weniger “ehrverletzenden” Charakter hat, zum anderen, weil häufig nicht eindeutig zurückverfolgt werden kann, wer verantwortlich ist für den Inhalt einer Seite: Seitenbetreiber und inhaltlich Verantwortlicher sind häufig unterschiedlich, und dann wird mangels Beweisen nicht verurteilt.

In Freiburg werden pro Monat mehrere hundert Fälle wegen Beleidigung angezeigt, die meisten wegen Polizistenbeleidigungen und Nachbarschaftsstreitigkeiten, den Nachbarn anzuschwärzen ist anscheinend anerkanntes Mittel im Zaunkrieg. Aber gerade diese werden häufig nicht weiter verfolgt - häufig findet sich hier noch eine mehr oder weniger gütliche Lösung. Bei der Beleidigung von Polizisten sieht das ganz anders aus: Wer hier mal eben den Stinkefinger zeigt oder duzt, muss auch zahlen. Und häufig sogar ein bisschen mehr, als wenn er dasselbe an der Ampel bei seinem Nebenmann gemacht hat. Zwar gibt es die “Beamtenbeleidigung” als eigenen Straftatbestand nicht, aber dennoch wird hier oft ein bisschen härter zugelangt. Es sei denn, man heisst Dieter Bohlen. Der hatte einen Polizisten in Hamburg geduzt - und kam damit vor Gericht durch. In der Popszene sei ein solcher Umgangston üblich, und habe keinen “ehrverletzenden Inhalt”, so die Richter. Na, wenn das so ist.