Was ist dein Stil, Lara?

Maleen Thiele

"Was ist dein Stil?" - diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen in Südbaden. Heute: Die 25-jährige Lara. Sie studiert Philosphie und greift auch gerne mal in den Kleiderschrank ihrer Mutter.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?

Ich würde ihn vor allem als vielseitig beschreiben. Ich lege mich diesbezüglich ungern fest, weil ich mich in der Mode ausdrücken kann wie ich will. Es gibt Tage, da fühle ich mich mehr alternativ oder zum Vintage hingezogen. Dann gibt es andere Tage, an denen ich eher schick und moderner angezogen bin. Manchmal bin ich auch total gammlig unterwegs, wenn ich zum Beispiel einfach nur in die Uni gehe.

Folgst du Modetrends?

Teilweise würde ich sagen: ja. Also wenn sie mir gefallen, dann schon. Aber Modetrends sind für mich jetzt kein Zwang.

Drückst du mit deinem Stil auch ein bisschen deine Gefühlslage aus?

Ich würde sagen, dass ich mit meiner Kleidung meinen derzeitigen Zustand ausdrücke. Es kommt zum Beispiel darauf an, was für Musik ich gerade höre oder in welchem Umfeld ich mich bewege. Ich bin dann quasi wie so ein Gemälde, dass sich von seinen Emotionen bemalen lässt.

Und wenn du schlecht drauf bist, dann ziehst du dich auch etwas dunkler an?

Nein, das nicht. Ich liebe schwarz. Meine Stimmung erkennt man nicht wirklich an der Farbpalette, sondern daran, wie viel Zeit und Gedanken ich in mein Outfit investiert habe.

Wo findest du Inspiration für deinen Stil?

In der Musik vor allem. Heute zum Beispiel bin ich aufgestanden und habe ein Lied gehört, dass mich ans Künstlerdasein erinnert hat. Dann habe ich mich gefühlt wie eine Kunsthändlerin und musste unbedingt meine Franzosenmütze aufziehen (lacht). Aber natürlich inspiriert mich auch mein Umfeld. Ich schaue mir gern Leute an, die ein harmonisches Outfit tragen und speicher mir das dann ab. Auch im Kleiderschrank meiner Mutter aus den 90er Jahren finde ich häufig Inspiration. Zum Beispiel mein Hemd, die Schuhe und die Tasche, die ich heute trage, habe ich aus ihrem Kleiderschrank.

Ist es dir wichtig, dich bewusst und nachhaltig zu kleiden?

Ich muss zugeben, dass ich es schon immer geliebt habe, in Second-Hand-Läden zu stöbern. Ich habe auch schon als Jugendliche angefangen, in den Kleiderschränken meiner Familie rumzuwühlen. Der Gedanke, dass man Dinge, die schon existieren wieder verwenden kann, gefällt mir. Man kann sie immer wieder neu kombinieren und somit auch neu erfinden.

Also hat deine Kleidung für dich auch einen sentimentalen Wert?

Ja, das auf jeden Fall. Ich kann zu fast jedem Kleidungsstück eine kleine Geschichte erzählen. Ich finde, Kleidung ist viel mehr als nur das, was ich trage. Kleidung ist für mich einfach eine schöne Art, sich auszudrücken.

Kannst du etwas zu deinen Accessoires sagen?

Ich glaube, ich bin einfach eher Ästhet als Pragmatiker. Jemand, der pragmatisch veranlangt ist, versteht das nicht. An solchen Kleidungsstilen ist es für mich dann einfach die persönliche Note, die fehlt. Zieht man ein paar Ringe oder eine schöne Kombination aus Ketten an, ist es gleich wieder ein bisschen persönlicher, finde ich.

Hast du ein Fashion-No-Go?

Gewisse Schuhwerke finde ich ziemlich fragwürdig. Crocs zum Beispiel. Aber deren Besitzern würde ich auch eine eher pragmatische Veranlagung unterstellen. Wenn du sie im Garten trägst – in Ordnung. Aber auf der Straße finde ich das seltsam. Oder den Trend, bei dem der Schuh und sogar die Sohle nur eine Farbe hatten, fand ich echt schrecklich. Aber eigentlich finde ich, in der Mode kann man sich austoben, wie man möchte.

Hast du ein Lieblingskleidungsstück?

Eigentlich kann ich mich da nicht wirklich festlegen. Das hängt bei mir einfach unglaublich von der Phase und Stimmung ab. Jetzt, wenn der Frühling kommt, wird es bestimmt wieder mein einer Mantel sein, den ich einfach über alles liebe.

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