Was ist dein Stil, Karl?

Franziska Brandsch

"Was ist Dein Stil?" - diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen in Südbaden. Heute: Der 27-jährige Karl. Er hat vor über drei Jahren sein eigenes Fliegendesign-Label gegründet. Karl mag es bequem mit einem Hauch Eleganz.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Sehr gemütlich, entspannt und easy-going, mit einem Touch von Eleganz. Ich trage sehr gerne Sneaker und Birkenstock, weil sie einfach bequem sind. Deshalb trage ich auch gerne Jogginghosen. Aber auf der Straße versuche ich mich schon etwas schicker herauszuputzen.

Du hast Dein eigenes Fliegen-Label, trägst Du dann auch jeden Tag Fliege?

Das werde ich oft gefragt, aber nein, tue ich nicht. Bei mir muss es dafür einen Anlass geben oder es muss zum Outfit passen.

Nähst Du auch Kleidung selbst?

Also grundsätzlich kann ich Kleider selber nähen. Für sich selber Kleider zu nähen, nimmt aber viel Zeit in Anspruch. Das lohnt sich in der heutigen Zeit nicht. Ich nähe für Freunde auch Hochzeitskleider, aber mein Hauptgeschäft sind Fliegen und Einstecktücher.

Gehst Du nach Trends?

Nein, ich mag keine Trends. Ich finde es schrecklich, wenn alle Leute gleich rumlaufen. Ich trage das, was ich gerne anziehe und worin ich mich wohlfühle. Viele Leute denken "oh, das sieht zu verrückt aus, das sieht an mir nicht gut aus" und ich glaube man muss einfach sagen "das steht mir und ich zieh das an". Wenn man sich wohl in seinen Klamotten fühlt, sieht man auch automatisch gut aus.

Wodurch lässt Du Dich inspirieren?

Ich lasse mich viel durch Leute in meiner Umgebung inspirieren. Speziell nach meiner Firmengründung habe ich mich dahingehend orientiert hochwertige Dinge zu kaufen, die man langfristig hat. Lieber weniger statt Vieles, das eigentlich nur im Kleiderschrank rum liegt.

Wo kaufst Du Deine Kleidung?

Ich kaufe gerne im Ausland ein. In Hong Kong gibt es kleine Underground-Läden, wo ich besondere Dinge bekomme, die nicht jeder hat. Jedes Land hat seine eigene Mode. Dementsprechend finde ich es interessant zu sehen, was es in anderen Ländern gibt.

Wie oft gehst Du shoppen?

Gar nicht oft. Ich gehe vielleicht ein- bis zweimal im Jahr shoppen. Ein bisschen shoppe ich auch online, ganz ohne geht in der heutigen Zeit ja gar nicht mehr. Aber auch hier eher bei kleinen und interessanten Marken. Ich finde aber, die Leute sollten wieder mehr in Boutiquen gehen. Eine gute Beratung kann so viel ausmachen.

Was ist für Dich ein Fashion-No-Go?

Grundsätzlich bin ich ein sehr offener Mensch, wenn es um Mode geht und finde, jeder kann das tragen, was er möchte. Was ich aber finde, das überhaupt nicht geht ist, wenn Leute Sachen tragen, die zu groß oder zu klein sind. Es sollte nicht nur nach Marken gehen, sondern nach der Silhouette.

Hast Du ein absolutes Lieblingsteil?

Ich bin Brillenträger und habe eine große Auswahl an verschiedenen Brillen. Das Outfit kann noch so schlicht sein, mit einer gescheiten Brille kann man echt viel rausholen.

Trägst Du Schmuck?

Eine Uhr trage ich, aber sonst nichts, keine Ringe oder Armbänder. Das liegt aber auch daran, dass ich so tätowiert bin. Für mich sind meine Tattoos der größte Schmuck. Das wird sonst einfach zu viel.

Hast Du Styling-Vorbilder?

Ich bin ein großer Freund der japanischen Kultur, wenn es ums Styling geht. Auch der Stil, den ich gerade trage, ist sehr japanisch inspiriert: Workwear Jacke und Hose. Ich mag die japanische Marke United Arrows sehr gerne.

Seit wann ist Dein Stil schon so?

Bestimmt schon vier Jahre. Ich würde sagen, man macht viele Sachen mit und auch viel Quatsch, aber irgendwann findet man seinen persönlichen Look und der bleibt dann auch langfristig erhalten. Ich habe meinen Stil gefunden.

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