Was ist Dein Stil, Johanna?

Carla Bihl

"Was ist dein Stil?" - diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen in Südbaden. Heute: Die 23-jährige Johanna. Sie studiert Gender Studies und mag es, beim Style mit Geschlechterrollen zu spielen.

Johanna, wie beschreibst Du Deinen Stil?

Pragmatisch. Das ist aber tatsächlich etwas schwierig, weil ich denke, dass ich mir nicht viele Gedanken darum mache. Ich mag es aber, mit Geschlechterrollen zu spielen und trage wohl eher das, was kulturell männlich kodiert ist. Ab und zu schminke ich mich auch gerne, aber nicht sehr oft.

Achtest Du auf Nachhaltigkeit?

Ja, auf jeden Fall. Ich kaufe nur in Secondhand-Läden ein. Wenn ich etwas neu kaufe, dann ist es fair trade. Seit Kurzem versuche ich auch, auf Leder zu verzichten, meine Schuhe sind jetzt aber noch aus Leder.

Wie sieht's mit Accessoires aus?

Manchmal trage ich einen Armreif. Ansonsten aber nichts außer meiner Brille. Ohne die bin ich blind.

Was bedeutet Dir Fashion?

Es passieren sehr viele Sachen in der Fashionszene. Der weibliche Körper wird oft unterdrückt und kontrolliert, wenn er nicht zur Norm passt. Ich beobachte aber sehr gerne unterschiedliche kulturelle Kleidungsformen – und wie sich daraus oft eine Norm ergibt und Menschen sich positionieren.

Hast Du Inspirationsquellen oder Vorbilder?

Manchmal sehe ich Leute auf der Straße, deren Style ich schon mag. Ich mag auch das Aussehen von Sookee, der queerfeministischen Rapperin, auch wenn ich jetzt nicht gerade so aussehe wie sie.

Gibt es für Dich ein Fashion-No-Go oder ein Must-Have?

Nein. Von mir aus kann man auch nackt rumlaufen (lacht). Da gibt es keine Grenzen.

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