Was ist dein Stil, Finn?

Lilli Staiger & Dominic Rock

Wir stellen regelmäßig irgendwelchen Leuten in Freiburg die Frage: Was ist dein Stil? Diesmal: Finn, 26.



An welchem Style orientierst du dich?

Mein Stil ist vor allem körperbetont, ich trage meistens enge Klamotten. Ich orientiere mich am typischen Style von Berlin-Kreuzberg, sowie dem von New York-Brooklyn. In New York habe ich drei Jahre lang gelebt, habe dort meinen Bachelor in Filmwissenschaft gemacht und zwei Jahre lang gearbeitet. Der New Yorker Stil ist vor allem von Vintage geprägt. So gut wie jeder kauft dort in Secondhand-Läden ein und cool ist, was ein bisschen abgefuckt wirkt. Die Trends schwappen von New York nach Berlin herüber, aber auch umgekehrt. Immer mehr New Yorker ziehen nach Berlin, weil die Mieten günstig sind. Ich lerne in Berlin auch viele Amerikaner kennen.

Was sind deine Lieblingslabels?

Skunkfunk und Diesel. Diesel hat einfach die besten Jeansschnitte und coole Farbkombinationen. Außerdem stellt Diesel die Jeans ausschließlich in Italien her, was mir als ethisch-moralischer Aspekt sehr wichtig ist. Leider werden die Shirts dennoch in Bangladesch produziert. Bei H&M einzukaufen, könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. H&M hat im Moment an die 200 Klagen wegen Menschenrechtsverletzungen am Laufen. Und mal ehrlich: Man kann kein T-Shirt für zwei Euro verkaufen, das unter annehmlichen Bedingungen hergestellt wurde. An dem Label Skunkfunk gefällt mir auch die nachhaltige Idee, die dahinter steckt und der lässige Look. Das Label wurde von zwei Mädels in Bilbao im Baskenland gegründet.



Wie wichtig ist dir deine Frisur?

In Sachen Haarmode bin ich immer sehr experimentierfreudig. Vor allem stehe ich auf asymmetrische Schnitte und habe auch im Moment einen. Vorne sind die Haare auf einer Seite wesentlich länger und der Rest ist kurz. Die Haarfarbe ändere ich zu jeder Saison. Im Sommer trage ich sie meistens dunkel gefärbt, im Winter hell. Demnächst werde ich meine Haare schwarz färben lassen.

Trägst du immer auffällige Schuhe?

Eigentlich nicht, die meisten sind schlicht. Hauptsächlich besitze ich eher klassische Lederschuhe und Stiefel, sowie Sneakers unter anderem von Diesel. Buffalo hat auch gute Lederschuhe und –stiefel. Die Farbe Grün mag ich einfach an sich sehr gerne, ebenso wie Petrol, sonst aber keine auffälligen Farben.

Wer sind deine Stilikonen?

Generell finde ich, dass die besten Trends aus den Modemetropolen London und Tokio kommen. Ich war einige Zeit lang in London und konnte mir ein gutes Bild von dem Stil machen. Er ist abgefuckt, hat aber dennoch einen edlen Touch. Beeindruckend fand ich, dass es in London, wie in nur wenigen Städten, mehr Männer- als Frauenmode gibt. In Japan ist Yohji Yamamoto einer der ganz großen Designer. Seine Mode ist einzigartig, eine Mischung aus Futurismus und Vintage und er spielt mit abgefahrenen Farbkombinationen. Er ist eines meiner Stilvorbilder.

Auf welche Accessoires kannst du nicht verzichten?

Ich trage fast immer Hüte oder Mützen, sowie eine meiner Ray Ban Sonnenbrillen. Meine Armreifen aus Tibet sind für mich ebenfalls unverzichtbar, sie bedeuten mir viel. Ich war eine Weile lang in Bangkok und Saigon und schrieb mein erstes Drehbuch über Frauenhandel und Kinderprostitution in Asien, weil mich das Thema sehr bewegt. Seit meiner Kindheit empfinde ich eine Leidenschaft für Asien, insbesondere da ich als Kind zwei Jahre in Indien lebte.

[Finn Pfeffer, 26, Regisseur und Drehbuchautor aus Berlin]  

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Foto-Galerie: Dominic Rock