Was ist Dein Stil, Dita Whip?

Laura Wolfert

"Ich möchte nicht als Frau erkannt werden", sagt Dita Whip. Die Travestie-Künstlerin aus Freiburg ist seit vier Jahren Drag-Queen, ihr Stil eine rasante Mischung aus "schwarzer Witwe" und Pin-Up. Nur zu Hause zieht sie die Korsagen aus und trägt Jogginghose.

Dita, verrätst Du uns Deinen richtigen Namen?

Whip: Nein. Ich will ja einen Kunstcharakter erschaffen, mit Mode, Stilgefühl, Perücke und Make-Up. Im echten Leben sind wir alle ganz langweilig, einer von vielen. Es macht viel mehr Spaß, eine Kunstperson aufzubauen.


Wie lange bist Du schon Travestie-Künstlerin?
Seit vier Jahren – davon zwei in Deutschland. Davor war ich in England. Ich habe irgendwann mal angefangen, mich so zu kleiden. Die Bilder habe ich aber alle gelöscht – die sind unschön. Mit der Zeit wird man besser. Seit zwei Jahren steht mein Stil, so wie er heute ist.

Was ist typisch für Deinen Look?

Black Widow, Vintage-Lingerie, Pin-Up und Twenties-Stil. Ich trage nur Schwarz. Sexy, Fetisch – das ist mein Style.

Du bist sehr aufwändig geschminkt – wie lange dauert das?
Nur eine oder eineinhalb Stunden. Ich habe einen riesigen Koffer mit Schminke – aber nur gute Marken, das ist bei Make-Up wichtig. Was zwei Euro kostet ist meist einfach scheiße. Die dunklen Augen sind mein Markenzeichen. Dita Whip liebt es unnatürlich, ich möchte ja nicht aussehen wie eine Frau – sondern wie die Zeichnung einer Frau. Es soll übertrieben sein.

Wie viele Perücken besitzt du?

Mittlerweile sind es neun Stück, aber immer blonde oder weiße. Die kaufe ich online für knapp 70 bis 90 Euro. Diese Perücken sind zwar nicht aus Echthaar, aber man kann sie dennoch super stylen.

Du hast Kurven! Mit welchen Tricks kreierst Du sie?
Ich bin Korsett-Königin, trage sie immer, drunter und drüber. Manchmal muss man auch ordentlich ziehen, bis es weh tut. Enganliegende Kleider, Einlagen, Body-Shaper: Das sind die kleinen Tricks. Ich habe auch noch ein Schaumkissen, damit die Hüfte noch weiblicher aussieht.

Trägst Du privat auch mal eine Jogginghose?
Klar. Zuhause bin ich auch ganz langweilig, dann heißt es weg mit dem Schnickschnack!

Wo kaufst du Deine extravaganten Klamotten?
Online – vergiss Freiburg! Es gibt günstige Bodys, die muss man nur selbst besticken.

Du kreierst Deine Bodys selber?
Ja. Die besteinen wir immer selber. Kleben und nähen dauert etwa zehn Stunden.

Wie sieht der Kleiderschrank einer Travestiekünstlerin aus?
Es gibt eine Männer- und eine Frauenseite. Auf der Männerseite liegen eben T-Shirts, auf dem Kleiderständer hängen meine Vintage-Anziehsachen.